| Die Kandidaten: | Günther Nicolai (62) ist Spitzenkandidat der CDU. Er zählt zu den Polit-Routiniers, ist seit fast 30 Jahren in der Stadtvertretung. | Johannes Paustenbach (60) ist Spitzenkandidat der SPD. Er ist Fraktionsvorsitzender und wie Nicolai Schulleiter. | Anette Reinders (52) ist Spitzenkandidatin der GALiN. Die Geschäftsführerin kennt das politische Geschäft seit Jahren. | Marlis Krogmann (67) ist Spitzenkandidatin der FDP. Auch die gelernte Dolmetscherin zählt zu den erfahrenen Kandidaten. | Miro Berbig (42) ist Spitzenkandidat von Die Linke. Der selbstständige IT-Kaufmann kandidiert erstmals für die Stadtvertretung. |
| Wie soll sich Norderstedt weiter entwickeln? | Die Einwohner-Zahl wird auf ca. 80 000 steigen. Neue Wohngebiete sind Garstedter Dreieck und der Bereich nördlich der Harkesheyde. Wohnen und Arbeiten in Friedrichsgabe und rückwärtige Bebauung auf großen Grundstücken. Gewerbegebiete sind Nordport und Frierichsgabe Nord. | Die Einwohnerzahl wird auf ca. 77 000 wachsen. Neue Wohngebiete sind Garstedter Dreieck und die Fläche nördlich der Harkesheyde. Neue Gewerbeflächen in Glashütte, Friedrichsgabe und Garstedt-Süd. Stärkung bestehender Einkaufsgebiete. Erweiterung des Herold-Centersmit Elektronikfachmarkt. | Moderate Stadtentwicklung. Wir setzen auf die Nachverdichtung bestehender Wohngebiete und auf Revitalisierung der Gewerbegebiete. Neue Wohngebiete sollten direkten Anschluss an den ÖPNV haben. Wichtig ist der Erhalt der grünen Achsen und der Verzicht auf eine Bebauung mit mehr als vier Stockwerken. | Maximale Einwohnerzahl bei 80 000. Leer stehende Wohnungen und Gewerbegebäude müssen schnellstens vermarktet werden. Mit den jetzt ausgewiesenen Wohn- und Gewerbegebieten lässt sich das Wachstum bewältigen. Deshalb sollen Nachverdichtung und Lückenschluss Vorrang haben. | Die jetzige Größe Norderstedts erscheint uns vernünftig und ausreichend. Ob der Umbau der Wohnquartiere durch den demographischen Wandel der nächsten Jahrzehnte eine Verdichtung des Wohnens nötig macht, müssen wir abwarten. Auf keinen Fall sollten Grünflachen weiterer Bebauung geopfert werden. |
| Im Haushalt gibt es eine freie Finanzspritze von 20,5 Millionen Euro. Wofür würden Sie das Geld am liebsten einsetzen? | Am liebsten zum Schuldenabbau. Wir wollen die beste Qualität für die Kinder und ein ausreichendes und flexibles Angebot an Kita-, Krippen- und Hortplätzen. Der Ausbau und die Ausstattung der neuen Regional- und Gemeinschaftsschulen kosten Geld. Und es ist sicher gut, eine Reserve zu haben. | Senkung der Kita-Gebühren, Erhöhung des Stellenschlüssels in den Kitas, Einführung eines Sozialpasses für Geringverdiener, Sanierung der Schulen. Vorrangig sind die Turnhalle Friedrichsgabe; die Erweiterung des Gymnasiums Harksheide sowie An- und Umbaumaßnahmen am Coppernicus-Gymnasium. | Wir haben großen Nachholbedarf bei der Sanierung und dem Ausbau der Schulen und einen großen Bedarf an Ganztagsschulen. Wer mehr Bildung für unsere Kinder will, muss auch Geld dafür ausgeben. Und wir wollen Schulden abbauen, denn dadurch können wir die Zinsbelastungen verringern. | Am liebsten zum Schuldenabbau. Andererseits brauchen wir Geld für die Werterhaltung, die Sanierung und den Ausbau der Schulen. Der Rest sollte zum Schuldenabbau eingesetzt werden, und zwar sofort. Die fast zwei Millionen jährlicher Zinsen könnten in die Bildungs- und Jugendarbeit investiert werden. | Für die Linke gilt es zuerst, die Sanierung und den Ausbau der Krippen-, Kita- und Hortplätze zu beschleunigen sowie den Umbau der Schulen zu Gemeinschaftsschulen mit entsprechender Ausstattung voranzutreiben. |
| Das Kulturcafe Aurikelstieg und das Soziale Zentrum wurden abgerissen - für einen Parkplatz und ein Bürohaus. War diese Entscheidung richtig? Reicht das vorhandene Angebot, um möglichst viele Jugendliche anzusprechen, oder müssen neue Treffpunkte eingerichtet werden? | Die Bands hatten die Chance, das Kulturcafe in eigner Verantwortung weiterzuführen. Es kam keine Vereinbarung zustande. Auch andere Angebote wurden nicht akzeptiert. Nachdem der Nutzungsvertrag für das Soziale Zentrum ausgelaufen war, und der Verein andere Räume abgelehnt hatte, musste das Haus aus baupolizeilichen Gründen geräumt und abgerissen werden. Die Jugendarbeit hat seitdem etabliert. | Die Entscheidung war falsch! Unter der absoluten Mehrheit der CDU rangierte Kommerz vor sozialer Verantwortung. Wir wollen bedarfsgerechte Öffnungszeiten der Jugendeinrichtungen auch an Wochenenden und in den Ferien, Unterstützung der Jugendarbeit in den Sportvereinen und deren Kooperation mit den bestehenden und künftigen Ganztagsschulen. Ganztagsbetrieb in allen weiterführenden Schulen. | Es tut uns heute noch in der Seele weh, dass diese Jugendeinrichtungen dem Erdboden gleich gemacht wurden. Die Jugendlichen waren unbequem. Das Angebot reicht nicht, damit werden jüngere Jugendliche angesprochen. Es fehlen Angebote für ältere Jugendliche, auch in den späteren Abendstunden und am Wochenende, die auch Selbstorganisation ermöglichen. Desweiteren fehlen Treffpunkte für Jugendliche in Garstedt. | Die FDP hat den Beschlüssen zugestimmt, hat aber nicht verstanden, warum das Kulturcafe nicht - wie von uns beantragt - bis zum Baubeginn am Ochsenzoll genutzt werden konnte. Das Soziale Zentrum hat gewusst, dass der Vertrag zeitlich limitiert war. Alternativen wurden angeboten, aber abgelehnt. Die FDP begrüßt den Bau des Kulturwerkes um hier Jugendlichen Proberäume zur Verfügung zu stellen. | Jugendzentren abreißen und dann eine Sonderkommission Jugendkriminalität einrichten: Das ist die konsequente Jugendarbeit der CDU. Natürlich brauchen wir Ersatz für die abgerissenen Einrichtungen, um den durchaus vorhandenen Bedarf zu decken. |
| Wie wollen Sie den Verkehr und (Flug-)Lärm reduzieren? | Die Start- und Landebahn kann nicht geschlossen werden, Fluglärm lässt sich nur durch leisere Maschinen reduzieren. Einhaltung des Nachtflugverbots. Die Stadt hat ein Lärmminderungsprogramm erarbeitet. Straßen und Radwege müssen optimiert werden. | Vervollständigung des Straßenrings um Norderstedt. Direkten Einfluss auf die Entwicklung des Fluglärms hat Norderstedt nicht. Die SPD wird sich über das Land und die Fluglärmschutzkommission für eine Reduzierung des Fluglärms einsetzen. | Wir fordern den Metro-Express und eine Stadtbahn, bessere Radwege und sichere Abstellanlagen für Fahrräder. Das Nachtflugverbot muss konsequent eingehalten werden. | Den Verkehrslärm können wir nur reduzieren, indem wir die Staus mit dem Straßenring um Norderstedt, Tempo 30 in Wohngebieten und klugen Ampelschaltungen abbauen. Die FDP setzt sich seit langem für eine gerechtere Verteilung des Fluglärms ein. | Wer wie Norderstedt einen Zugang zum Flughafengelände will, kann kaum gegen Fluglärm argumentieren. Veränderungen in Bebauungsplänen, die Wohngebiete zu Mischgebieten und dadurch mehr Lärm möglich machen, wird es mit uns nicht geben. |
Norderstedt
- -+Schrift
- Versenden
- Ausdrucken











