CDU und FDP wollen das Modell. Der Elternwille wird ignoriert, kritisiert die SPD. Sie fordert vier Gemeinschaftsschulen.
Norderstedt. Die vier Gymnasien bleiben bestehen, hinzu kommen je drei Gemeinschafts- und Regionalschulen - so wird die Schullandschaft in Norderstedt künftig aussehen. Das hat der Ausschuss für junge Menschen beschlossen, die Stadtvertreter müssen dem Beschluss in ihrer Sitzung am Dienstag, 6. Mai (ab 19 Uhr im Rathaus) noch zustimmen. Das gilt als Formsache, steht die CDU mit ihrer absoluten Mehrheit doch hinter diesem Modell. Auch die FDP ist dafür.
Regionalschulen werden die Realschule Garstedt, die Haupt- und Realschule Friedrichsgabe und die Hauptschule Falkenberg. Gemeinschaftsschulen werden die Haupt- und Realschule im Schulzentrum Süd, die Gesamtschule Lütjenmoor und die Realschule Harksheide.
"Dieses Votum missachtet den Elternwillen und die Umfrageergebnisse", sagt SPD-Fraktionschef Johannes Paustenbach. So hätten sich 49,9 Prozent der Eltern von Kindern mit einer Realschulempfehlung für eine Gemeinschaftsschule ausgesprochen, nur 16,4 Prozent für eine Regionalschule (25,3 Prozent fürs Gymnasium, 8,4 Prozent machten keine Angaben). Von den Vätern und Müttern, deren Kinder eine Empfehlung für die Hauptschule haben, favorisieren 62,8 Prozent die Gemeinschaftsschule (21,6 Prozent die Regionalschule, 15,6 Prozent machten keine Angaben).
Dieses Ergebnis veranlasste die SPD, vier Gemeinschaftsschulen und eine Regionalschule zu fordern. Gemeinschaftsschulen sollten werden: die Realschule und die Hauptschule im Schulzentrum Süd, die Realschule Harksheide und die Hauptschule Falkenberg (mit eigener Oberstufe und als gebundene Ganztagsschule), die Realschule Friedrichsgabe (die Grund- und Hauptschule Friedrichsgabe sollte als Grundschule erhalten werden) und die Gesamtschule Lütjenmoor. Die Realschule Garstedt sollte wie geplant Regionalschule werden.
Die Eltern sähen offensichtlich wie die SPD die klaren Vorteile einer Gemeinschaftsschule gegenüber einer Regionalschule. Und die formuliert Paustenbach so: keine Trennung der Kinder schon nach der vierten Klasse, langes Offenhalten des Bildungsweges, auf unterschiedliche Begabungen eingestellte Lehrer, individuelle Förderung, alle Abschlüsse in einer Schule, inklusive Abitur nach 13 Jahren durch eine eigene Oberstufe.
Die Sozialdemokraten befürchten zudem, dass die Regionalschulen nicht ausreichend Anmeldungen haben werden - eine Befürchtung, die sich bestätigen könnte: Nur eine der fünf beantragten Regionalschulen im Hamburger Umland erreichte laut Bildungsministerium die zum Start nötige Mindestschülerzahl. Bei den Gemeinschaftsschulen sind es 16 von 17.
Die Norderstedter CDU interpretiert die Umfrage ganz anders: "Leider sind nur 45 Prozent der Fragebogen zurückgekommen. Fest steht aber: Alle Schulformen sind nachgefragt", sagt Holger Hagemann (CDU). Das jetzige Modell berücksichtige gleichermaßen den Elternwillen wie die Wünsche der Schulen.
"Die Stadt erhält ein ausgewogenes Schulkonzept", sagt Tobias Claßen (FDP). Er wirft der SPD vor, die Entscheidungen der Schulkonferenzen und die bisherige Arbeit an den Schulen zu missachten. Die SPD wolle die Gemeinschaftsschule allein aus ideologischen Gründen forcieren.











