Polizei will rücksichtslose Raser blitzen - die modernen Messgeräte haben sich an der Flughafenumgehung bewährt.
Norderstedt. Die Rotlichtsünder machen der Norderstedter Polizei zu schaffen. 30-mal hat es im vorigen Jahr gekracht, weil Autofahrer bei Rot noch Gas gegeben haben. Die Folge: Die Zahl der schweren Unfälle hat um fast ein Drittel im Vergleich zu 2006 zugenommen. Das ergibt sich aus dem aktuellen Verkehrsreport 2007, in dem die Polizei die Verkehrsunfälle im Stadtgebiet auflistet und analysiert.
2006 gab es 19 Unfälle mit schweren Personenschäden, im Vorjahr waren es 25. "Die Autofahrer sind disziplinloser geworden. Niemand hat mehr Zeit, das Halten bei gelbem oder rotem Licht kostet wertvolle Sekunden. Doch das Rasen kann Leben kosten", sagt Kai Hädicke-Schories, bei der Polizei zuständig für den Verkehrsreport. Er würde das rücksichtslose und gefährliche Verhalten gern durch Radarkontrollen und Bußgeld bekämpfen. Doch es scheint schwierig, weitere Blitzgeräte an den Brennpunkten zu installieren: "Die Überwachung des fließenden Verkehrs ist Sache des Kreises. Und der ist momentan nicht in der Lage, weitere Geräte anzuschaffen. Schließlich kostet eine moderne Blitzampel mehrere Hunderttausend Euro", sagt Oberbürgermeister Hans-Jochim Grote, der sich angesichts der alarmierenden Zahlen noch mal beim Landrat für weitere Radarmessgeräte einsetzen will.
Wie wirksam Kontrollen sein können, beweist die Flughafenumgehung: Seitdem dort die Blitzgeräte arbeiten, gibt es in der Kurve am Ende der Schnellstraße keine Unfälle mehr. Insgesamt ist die Zahl der Unfälle von 1322 im Jahr 2006 auf 1370 im Vorjahr gestiegen.
Die meisten Kollisionen gibt es nach wie vor an der Kreuzung Segeberger Chaussee/Schleswig-Holstein-Straße/Langenhorner Chaussee: 28 Unfälle gab es hier, genauso viele wie 2006. Abhilfe soll der Ausbau des Verkehrsknotens bringen, der noch in diesem Jahr beginnen soll. Ein weiterer Unfallschwerpunkt liegt im Norden der Stadt: 17-mal krachte es an der Kreuzung Ulzburger Straße/Schleswig-Holstein-Straße/Kohtla-Järve-Straße, zweimal mehr als 2006. "Inzwischen haben wir hier durch längere Ampelphasen die Sicherheit erhöht", sagt Hädicke-Schories.
Dringenden Handlungsbedarf sieht er für die Kreuzung Stettiner Straße/Friedrichsgaber Weg. Das gelbe Warnlicht, das die Polizei dort 2005 aufstellen ließ, habe nur kurzfristig gewirkt. Doch im Vorjahr gab es schon wieder sieben Unfälle, fünfmal übersahen Autofahrer, die aus der Stettiner Straße links abbiegen wollten, Radfahrer aus Richtung Süden. "Durch bauliche Veränderungen werden wir die Kreuzung zum Jahresende entschärfen", sagte Grote. Das gelte auch für die Kreuzung Oadby-and-Wigston-Straße/Rantzauer Forstweg. Achtmal hat es hier gekracht - durch die neuen Wohngebiete ist der Verkehr dichter geworden. Hier soll ein Kreisverkehr das Unfallrisiko verringern.











