Von einem Führungsstab mit 27 Beamten in der Kurstadt werden deutschlandweit 33 000 Bundespolizisten koordiniert.
Bad Bramstedt. Die Wände sind frisch gestrichen, sämtliche Computer vernetzt: Für den Schutz des G8-Gipfels und der Veranstaltungen der deutschen EU-Präsidentschaft hat die Bundespolizei in Bad Bramstedt einen kompletten Trakt reserviert, in dem sich seit wenigen Tagen der "Führungsstab G8/EU" trifft. Der Job der 27 Beamten: Sie sind bundesweit für die Sicherung aller Veranstaltungen verantwortlich, die im Zusammenhang mit dem deutschen G8-Vorsitz und der deutschen EU-Präsidentschaft stehen. "Schwerpunkt ist natürlich der G8-Gipfel in Heiligendamm", sagt der Bramstedter Vizepräsident Hans-Georg Lison.
Droht die Schließung?
In dem Trakt auf dem Gelände an der Straße Raaberg laufen sämtliche Informationen zusammen, die für die Sicherung der Veranstaltungen bedeutsam sind. Bereits jetzt arbeitet die Bundespolizei eng mit der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern und dem Bundeskriminalamt zusammen. Lison: "Wir telefonieren täglich miteinander."
Die Zuständigkeiten sind klar geregelt: Die Bundespolizei sichert die Grenzen, den Bahn- und den Luftverkehr. Den Auftrag, die Führung für das gesamte Bundesgebiet und 33 000 Bundespolizisten zu übernehmen, hat Innenminister Wolfgang Schäuble der Bramstedter Behörde übertragen. Kommt es zum Beispiel auf einem Münchener Bahnhof zu einem schweren Zwischenfall, übernehmen die Beamten im Holsteinischen die Einsatzführung. Schon jetzt ist der Führungsstab rund um die Uhr erreichbar.
Während der heißen Phase - besonders am 6. Juni während des Gipfels in Heiligendamm - werden die Führungsbeamten in den Lagerraum umziehen, der bereits während der Fußball-Weltmeisterschaft permanent besetzt war. Doch Lison, seinem Vertreter Thomas Striethörster und dem Leiter des Stabes, Uwe Sieber, geht es nicht nur um den Schutz hochrangiger Politiker. Sie müssen auch gewährleisten, dass Demonstrationen friedlich über die Bühne gehen. Lison: "Es werden etliche Teilnehmer zu Versammlungen kommen - auch aus dem Ausland." Dass auch Gewalttäter einreisen, will die Bundespolizei möglichst verhindern. So halten die Führungsbeamten die Wiedereinführung von Grenzkontrollen für denkbar. Um ausländische Randalierer fernzuhalten, werden zwölf ausländische Polizei-Kollegen in Bramstedt für den schnellen Draht zu den Dienststellen in ihrer Heimat sorgen. Ruhe dürfte im Bramstedter Präsidium also erst wieder Ende des Jahres einkehren: Der alljährliche Castor-Transport nach Gorleben, für den die Bramstedter ebenfalls verantwortlich sind, fällt in diesem Jahr aus.











