03.07.08

Schleswig-Holstein: Mehr Freiraum für Schulen

Jetzt gibt es weniger Klassenarbeiten

Die Entscheidung liegt nun bei den Lehrern. Wie Bildungsministerin Erdsiek-Rave Bürokratie abbauen will.

Kiel. Die Schulen in Schleswig-Holstein erhalten ein bisschen mehr Freiraum. Nach den Plänen von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) dürfen Lehrer erstmals auf einige Klassenarbeiten verzichten. Die Schulen sollen zudem von "überflüssiger Bürokratie" entlastet werden.

"Wir wollen die Eigenverantwortung der Schulen stärken", sagte Erdsiek-Rave gestern in Kiel. Dazu sollen in den nächsten Monaten 14 Maßnahmen umgesetzt werden, die eine Expertenkommission unter Leitung des Schulexperten Elmar Schulz-Vanheyden erarbeitet hatte. Der ehemalige Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Schulministerium hatte bereits in Berlin die Bildungsbürokratie eingedampft. Die wichtigsten Maßnahmen in Schleswig-Holstein:

Die Lehrer dürfen mitentscheiden, wie viele Klassenarbeiten sie schreiben lassen. Beispiel Gymnasium, Klasse 7: Im Fach Deutsch sind bisher sieben Arbeiten vorgeschrieben, künftig nur noch vier. Die drei anderen Leistungsnachweise können etwa über Referate erfolgen.

In den Grundschulen entscheidet die Schulkonferenz, ob die Erstklässler zum Halbjahr ein Zeugnis erhalten oder ihre Eltern ein Beratungsgespräch. Bisher sind Zeugnisse vorgeschrieben, die Lehrern viel Arbeit bereiten.

Die Schulleiter brauchen nicht mehr die Zeugnisse aller Schüler zu unterschreiben. Zum Stift greifen muss der Direx nur noch bei Abschlusszeugnissen.

Die Schulen müssen den Unterrichtsausfall nur noch zum Quartalsende (bisher monatlich) ins Ministerium melden. Zudem soll die gesamte Schulverwaltung einfacher werden, vor allem durch ein neues IT-Konzept. Derzeit arbeiten viele Schulen mit selbst gebastelter Software.

Jede Schule erhält ein Gesamtwerk der mehr als 100 geltenden Gesetze, Verordnungen und Erlasse, um den "Informationsfluss" zu verbessern. Zum Jahreswechsel soll die "Bibel der Schulbürokratie" fertig sein.

Unabhängig davon erhalten die Gymnasien einen Ratgeber zum Turbo-Abi, das nach den Sommerferien mit den neuen fünften Klassen anläuft. Darin werden die Schulen auch auf die Möglichkeit hingewiesen, Doppelstunden (90 statt 45 Minuten) einzurichten und so die Zahl der Fächer pro Tag zu begrenzen. Erdsiek-Rave empfiehlt Schulen ohne Hausaufgabenbetreuung zudem, bei Unterricht bis in den Nachmittag auf Hausaufgaben zu verzichten. "Wir werden das aber nicht in einem Erlass regeln, sondern überlassen die Entscheidung den Schulen."

ubi
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