Gebühr für den zwei Jahre alten Herrentunnel soll im Herbst auf 1,20 Euro pro Pkw steigen.

LÜBECK. Den Nutzern des Lübecker Herrentunnels droht eine neue Maut-Erhöhung - im zweiten Jahr des Tunnel-Bestehens wäre das die zweite Anhebung. Ein entsprechender Antrag liegt im Kieler Verkehrsministerium. Die normale Pkw-Durchfahrt, die bei der Eröffnung im August 2005 noch 90 Cent kostete, könnte im Herbst auf 1,20 Euro steigen (zurzeit: 1,10 Euro). Begründung der Betreibergesellschaft sind die geringen Durchfahrten, was wiederum immer mehr Bürger und Politiker auf die Palme bringt. "Was ist das für eine Geschäftspolitik?", fragt der Travemünder Klaus Petersen (CDU). "Bei geringer Nachfrage müssen die Preise doch eher gesenkt werden." Im Sommer 2005 hatte der 176 Millionen Euro teure Tunnel die Herrenbrücke ersetzt, über die täglich rund 38 000 Fahrzeuge gerollt waren. Den mautpflichtigen, von einer privaten Gesellschaft betriebenen Tunnel benutzen aktuell rund 20 500 Fahrzeuge täglich. Am Rande der letzten Bürgerschaftssitzung war sogar von nur "15 000 bis 16 000" die Rede. Damit droht der Tunnel zum Pleite-Bau zu werden. Er sollte mit der Maut bis 2035 refinanziert werden. Das Restrisiko trägt die Stadt Lübeck.

Schon hat die FPD einen Antrag in der Bürgerschaft gestellt. Titel: "Vorsorgliche Gespräche mit Bund und Land für den Fall eines Heimfalls des Herrentunnels an die Hansestadt Lübeck".kim