Wer ein Handy nutzt, hinterlässt eine breite Datenspur und eine Art Bewegungsprofil. Uhrzeit und Dauer der Gespräche werden gespeichert. Sende- und Empfangssignale lassen sich einem bestimmten Funkmast zuordnen. Damit kann der Standort des Handynutzers auf eine bestimmte Funkzelle eingegrenzt werden. Ihr Radius hängt von der Mastdichte ab. In Städten misst eine Zelle oft nur einige Hundert Meter, also einige Häuserzeilen oder -blocks. Stefan Z., der jahrelang im Gefängnis saß, kannte die Tücken der modernen Technik nicht. Seine Handyfirma fand bei einer Kontrolle der Gesprächsdaten heraus, dass der 37-Jährige am Tattag fast im Minutentakt telefonierte und SMS-Mitteilungen verschickte. Die einzige Pause lag zwischen 23.13 und 23.57 Uhr - der Tatzeit. In diesen Minuten hatte Z. sein Handy zwar abgeschaltet. Auf seiner Mailbox gingen aber Anrufe und SMS-Botschaften ein. So kam heraus, dass er zur Tatzeit in der Funkzelle war, in dem der Tatort liegt. Damit nicht genug: Stefan Z. versicherte, dass er um 24 Uhr wieder zu Hause eingetroffen sei. Sein Handy überführte ihn auch hier. Laut Handy-Gutachten hielt er sich bis etwa 1 Uhr nahe dem Tatort auf und wechselte erst dann in die übernächste Funkzelle, in der seine Wohnung liegt. (ubi)