Ein Finanzamtsangestellter, der mit dem Überwachen der Spielbank Hannover beauftragt war, hat vor Gericht den systematischen Betrug des Kasinos um...
Hildesheim. Ein Finanzamtsangestellter, der mit dem Überwachen der Spielbank Hannover beauftragt war, hat vor Gericht den systematischen Betrug des Kasinos um große Summen gestanden. Mit Mittätern habe er Automaten der Spielbank manipuliert und in die Kasse gegriffen, räumte der 55-Jährige gestern vor dem Landgericht Hildesheim ein. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 273 000 Euro. Der vom Land Niedersachsen beauftragte Angestellte und 13 weitere Angeklagte müssen sich wegen schweren Bandendiebstahls, Bestechung und Untreue in 217 Fällen verantworten.
Ein Kollege habe einen 500-Euro-Schein in einem Automaten gefunden, der vom System nicht erkannt worden war, schilderte der 55-Jährige die Anfänge. Später sei dann die Idee gereift, mit solchen Geldscheinen, die aus der Kasinokasse entnommen wurden, die Automaten zu manipulieren. "Es blieb nicht bei dem Kreis, mit dem es angefangen hatte. Immer mehr Mitarbeiter wollten dazuverdienen", sagte der Finanzamtsangestellte aus. Er öffnete mit seinem Schlüssel die Automaten für die Manipulation - gemeinsam mit dem Techniker, der ebenfalls einen Schlüssel besaß - und zeichnete zudem fingierte Auszahlungsbelege ab.
Der Mann vom Finanzamt ist bei der Aufteilung der Beträge nicht dabei gewesen. "Ich habe den Hinweis bekommen: Du musst dir mal wieder die Hände waschen - dann war klar, dass auf der Toilette mein Anteil lag." Durch die Drogensucht eines seiner drei Söhne sei er in einer schwierigen Situation gewesen. Er habe die drei Kinder allein aufgezogen. Das Geld sei knapp gewesen.
Der Betrug begann im März 2003 und flog erst im Spätsommer 2005 auf. Bei dem Abgleich der Spielprotokolle mit den Videoüberwachungen in dem Spielsaal waren Unregelmäßigkeiten aufgefallen. "Meine Festnahme war wie ein Befreiungsschlag, ich war froh, dass es endlich vorbei war", sagte der 55-Jährige.











