01.03.13

Neuharlingsiel

Krabbenfischer freuen sich über Rekord-Umsätze

Im Jahr 2012 ging der Durchschnittspreis für Speisegarnelen nach oben. Gleichzeitig sind viele Fischer angesichts der EU-Fischereireform beunruhigt.

Foto: dpa

Krabbenkutter im Hafen. Das Jahr 2012 hat den Krabbenfischern Rekord-Umsätze beschert
Krabbenkutter im Hafen. Das Jahr 2012 hat den Krabbenfischern Rekord-Umsätze beschert

Neuharlingersiel. Jubel bei den Krabbenfischern: Nach mageren Jahren freuen sich die Krabbenfischer in Niedersachsen über einen Rekordumsatz in 2012. Obwohl die Anlandungen der Speisegarnelen von 5040 Tonnen im Jahr 2011 auf 4465 Tonnen leicht zurückgingen, bekamen die Betriebe von der Elbe bis zur Ems Spitzenpreise von 4,22 Euro pro Kilogramm. Das sind zwei Euro mehr als im Vorjahr. Doch ein Fettpolster für die nächsten Jahre ist vorerst nicht in Sicht, hieß es am Freitag beim Jahrestreffen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems.

Die Mitglieder des Verbandes landeten 7920 Tonnen (2011: 17140 Tonnen) Fisch, Krabben und Muscheln an. Hierfür wurden 25,2 Millionen Euro (30,5 Millionen Euro) erzielt. Der Rückgang bei Menge und Umsatz lag vor allem an geringeren Anlandungen der Muschelfischerei.

Erneut belasten hohe Investitionen in Kutter und Netze sowie die Spritkosten für tagelange Fangfahrten die Kassen. Und EU-Reformen wie die geplanten Änderungen zur Beschränkung von Beifängen sorgten für Verunsicherung, sagte Verbandschef Dirk Sander im ostfriesischen Neuharlingersiel.

EU-Pläne bereiten Fischern Sorgen

Die EU-Fischereiminister hatten sich in dieser Woche darauf geeinigt, dass versehentlich gefangener Fisch nicht mehr zurück ins Meer geworfen werden darf. Die Menge dieser Rückwürfe soll jedes Jahr verringert werden und auf sieben Prozent sinken. Präsident Holger Ortel vom Deutschen Fischereiverband sieht in der Reform jedoch noch viele Fragen: "Wir brauchen dazu ein Gesetz und Ausnahmeregelungen für die Krabbenfischer."

Denn viele Tiere aus dem Beifang können nach Ansicht des Verbandes überleben, wenn sie nach dem Aussortieren wieder über Bord gehen. "Niemand sollte uns dazu bringen, zu Kindermördern zu werden und Jungfische an Land zu bringen", warnte auch der Generalsekretär des Verbandes, Peter Breckling. Die Branche lehnt auch EU-Pläne zur Kameraüberwachung auf Fischkuttern ab, um Fänge und Rückwürfe zu kontrollieren. "Das bringt weniger Kontrolle als Probleme mit dem Datenschutz für Arbeitnehmer", kritisierte Breckling.

Fanggebiete gehen verloren

Neben den ständig steigenden Betriebskosten macht den Fischern vor allem der Verlust von Fanggebieten durch Hafenbauten, Flussvertiefungen und Windparks zu schaffen. "Die Nordsee ist ein Industriegebiet geworden", klagte Sander. Am neuen Tiefwasserhafen JadeWeserPort seien etwa große Mengen Muscheln in der Jade versandet.

Neue Gasbohrungen seien geplant, und die Menge der Kabeltrassen von den See-Windparks zum Festland gefährde inzwischen die Existenz der Fischer. Die ersten Kabel seien zudem nicht fachgerecht im Meeresboden verlegt worden und sollten nun durch kilometerlange Steinschüttungen gesichert werden. "Die Fischerei steht nicht gegen die Energiewende, aber die Energiewende kann auch nicht auf dem Rücken der Fischerei ausgetragen werden", sagte Sander.

(dpa)
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