17.01.13

Hannover

Investor für die insolventen Siag Nordseewerke gefunden

Grundsätzliche Einigung mit dem Stahlkonzern DSD. Im neuen Betrieb werden allerdings nur 240 der insgesamt 700 Mitarbeiter übernommen.

Foto: dapd
Emdener Siag Nordseewerke stehen laut "HAZ" vor dem Aus
Für die insolventen Siag Nordseewerke ist ein Investor gefunden

Hannover. Die insolventen Siag Nordseewerke in Emden werden zum 1. Februar durch den saarländischen Stahlbauer DSD Steel übernommen. 240 von rund 750 Arbeitsplätzen bleiben erhalten. Weiteren 150 Siag-Beschäftigten will ThyssenKrupp Marine Systems neue Stellen anbieten – das Unternehmen war früher Besitzer der Nordseewerke. Allerdings werden die Thyssen-Jobs nicht alle in Emden geschaffen. Das teilte Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) am Donnerstag nach Gesprächen mit dem Investor aus Saarlouis, der Landesbank NordLB und dem Alteigentümer Siag mit. DSD Steel will in Emden die Fertigung von Offshore-Teilen fortsetzen.

"Es wurde heute ein Eckpunktepapier mit einer grundsätzlichen Einigung erstellt", sagte Minister Bode. "Wir hatten in Emden ein Traditionsunternehmen, das vor dem Aus stand und das jetzt eine neue Chance für einen Neustart bekommen hat auf reduziertem Niveau."

Die NordLB finanziert die Übernahme, für den Kredit bürgt das Land zu 80 Prozent. Zum genauen Kreditvolumen wollte der Minister keine Angaben machen. Der Haushaltsausschuss des Landtages muss der Landesbürgschaft noch zustimmen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die notwendigen formalen Schritte in den nächsten Tagen umsetzen können", erklärte der Minister.

Außerdem soll eine Transfergesellschaft gebildet werden, um Arbeitnehmer in neue Stellen zu vermitteln, die ihre Jobs verlieren. "Über die Ausgestaltung der Gesellschaft wird die Geschäftsführung der Siag mit den Arbeitnehmervertreterinnen verhandeln", teilte Bode mit.

Emdens Oberbürgermeister Bernd Bornemann (SPD) sprach von einem wichtigen Ergebnis. "Der Fortbestand des Unternehmens ist gesichert, das ist positiv. Ich bin sicher, dass sich in der Offshore-Branche künftig auch wieder neue Chancen ergeben werden." Es sei aber auch ein schlimmes Ergebnis für die betroffenen Arbeitnehmer: "Ihnen droht jetzt die Arbeitslosigkeit, wenn sich nicht noch durch die Transfergesellschaft andere Möglichkeiten eröffnen."

Die Siag Nordseewerke fertigen seit 2010 Stahlbauteile für Offshore-Windenergieanlagen. Damals hatte der Windanlagenhersteller Siag Schaaf Industrie AG aus Rheinland-Pfalz die Werft gekauft.

(dpa)
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