15.01.13

Hannover

Tarifpoker bei Eon weiterhin ohne Ergebnis

Eon erhöht Angebot von 1,1 Prozent mehr Geld "nur minimal". Arbeitnehmer fordern 6,5 Prozent. Unbefristeter Arbeitskampf möglich.

Foto: dpa
Warnstreiks bei Eon-Betrieben in Norddeutschland
Eon-Mitarbeiter fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt

Hannover/Düsseldorf. In der privaten Energiewirtschaft droht erstmals ein handfester Arbeitskampf. Der Tarifpoker zwischen dem Branchenriesen Eon und den Gewerkschaften Verdi und IG BCE blieb auch nach der dritten Verhandlungsrunde am Dienstag ohne Ergebnis.

Damit könnte nach ersten Warnstreiks zum Wochenbeginn ein unbefristeter Ausstand auf den Düsseldorfer Konzern zukommen. Während die Arbeitnehmervertreter bei dem Treffen in Hannover auf ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld für rund 30.000 Beschäftigte beharrten, erhöhte Eon sein Angebot von bisher 1,1 auf 1,7 Prozent.

Beide Gewerkschaften wollen der Tarifkommission nun empfehlen, die Gespräche für gescheitert zu erklären. Am Mittwoch soll das Gremium den Stand der Dinge bewerten. Eine Urabstimmung über einen möglichen Streik wird aus Sicht der IG BCE immer wahrscheinlicher. "Im Moment sieht es überhaupt nicht gut aus", hieß es aus Verhandlungskreisen.

Eon verteidigte seine Position. Man bedaure den Abbruch, sagte ein Sprecher: "Wir bedauern das, weil wir glauben, dass es die Suche nach einer notwendigen Lösung erschwert." Dem nachgebesserten Eon-Angebot habe am Ende eine unveränderte Forderung der Gewerkschaften gegenüber gestanden. "Das geht deutlich über das Maß hinaus, das wir vertreten können, und es entbehrt jeder realistischen Grundlage", hieß es.

Verdi hielt dagegen, die nur "minimale" Aufstockung des Angebots um 0,6 Prozentpunkte für ein Jahr Laufzeit reiche bei weitem nicht aus. Auch bei den übrigen Kernpunkten – der Übernahme von Auszubildenden sowie anhaltenden Tarifgarantien für ausgelagerte Konzernbereiche – wende das Unternehmen eine Hinhaltetaktik an: "Wir haben die Fortsetzung einer sturen Verweigerungshaltung erlebt." Sollte ein regulärer Streik kommen, wäre dies der erste dieser Art in der Branche.

Ähnlich äußerte sich die IG BCE. "Die Arbeitgeber wollen eine reale Minusrunde. Das ist mit uns nicht zu machen", sagte Verhandlungsführer Holger Nieden. Die Gewerkschaften wollen einen Entgeltabschluss unterhalb der Inflationsrate verhindern. So etwas sei nicht hinnehmbar, erklärte Volker Stüber von Verdi.

Am Montag hatten bundesweit tausende Eon-Mitarbeiter den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Eon verwies zur Begründung seines bisherigen Angebots auf die "schwierige wirtschaftliche Situation". Der Tarifabschluss müsse diese berücksichtigen. 2011 hatte der Konzern erstmals in seiner Geschichte Milliardenverluste einstecken müssen.

Für die ersten drei Quartale 2012 meldete das Unternehmen zwar wieder einen auf gut drei Milliarden Euro gestiegenen Überschuss. Wegen einer schwächeren Stromnachfrage kassierten die Düsseldorfer allerdings zugleich ihre Ertragsprognosen für die kommenden Jahre.

Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass Eon bei vergangenen Tarifrunden "im oberen Bereich abgeschlossen" habe, hieß es aus der Zentrale. Man müsse auch die Lage der Gesamtbranche im Blick haben, viele Kraftwerke seien nicht mehr rentabel genug. "Angesichts dieser Situation stellt unser Angebot durchaus ein Entgegenkommen dar."

(dpa)
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