15.01.13

Medizinermangel auf dem Land

Ärztekammer: Mehr als 400 Landärzte fehlen

Rund 400 Stellen auf dem Land sind unbesetzt. Viele Regionen in Niedersachsen stehen kurz vor der Unterversorgung.

Foto: dpa
Arzt
Um dem Medizinermangel entgegenzuwirken, will die Ärztekammer Niedersachsen den Beruf des Landarztes attraktiver machen (Symbolbild)

Hannover. Angesichts des Medizinermangels auf dem Land hat die Ärztekammer Niedersachsen ein Umsteuern bereits in der Ausbildung gefordert.

"Wir müssen den Landarzt wieder attraktiv machen. Das ist auch eine Imagefrage", sagte Kammerpräsidentin Martina Wenker am Dienstag in Hannover.

Sie hob positiv hervor, dass die neue European Medical School in Oldenburg zwei Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingerichtet hat. Dort sammeln die Studierenden frühzeitig Erfahrungen in Hausarzt-Praxen. Landesweit sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) 430 Hausarzt-Sitze nicht besetzt. Besonders betroffen sind die Regionen Gifhorn, Wolfenbüttel und das Emsland.

Seit dem Jahr 2010 werden in einem Modellprojekt des Landes in den Regionen Soltau-Fallingbostel, Emsland und Wolfenbüttel Lösungsansätze gegen den Medizinermangel in der Provinz entwickelt. Beispielsweise wurden im Emsland erfahrene Medizinische Fachangestellte zu sogenannten Nicht-Ärztlichen Praxisassistentinnen weitergebildet, die chronisch Kranke betreuen und somit den Arzt von Hausbesuchen entlasten können.

"Allerdings übernehmen die Krankenkassen die Kosten hierfür nur in unterversorgten Regionen", kritisierte der Vize-Präsident der Kammer, Gisbert Voigt. Als unterversorgt gelten Bezirke, in denen weniger als 75 Prozent der Arzt-Sitze besetzt sind. In Niedersachsen gibt es nach dieser Definition noch keine unterversorgten Regionen, allerdings stehen viele kurz davor.

Darüber hinaus gab die Ärztekammer Niedersachsen einen Ausblick auf den 116. Deutschen Ärztetag, der vom 28. bis 31. Mai in Hannover ausgerichtet wird. Ein wichtiger Punkt im Wahljahr seien Diskussionen über die Krankenversicherung der Zukunft, erklärte Wenker. Zum Ehrenpräsident des Ärztetages wurde der frühere Präsident der niedersächsischen Ärztekammer, Heyo Eckel, ernannt.

(dpa)
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