07.01.13

Niedersachsen und Bremen

Steuerplus ermöglicht Kirchen solides Haushalten

Die stabile Wirtschaftslage wirkt sich in Form stetig sprudelnder Kirchensteuern aus. Dies hilft Kirchen bei nötigen Reformen.

Foto: dpa
Wirtschaftskrise beutelt auch die Kirchen
Ein Kirchenbesucher steckt einige Münzen in den Klingelbeutel. Den Kirchen in Niedersachsen und Bremen geht es finanziell im Augenblick eher gut (Symbolbild)

Osnabrück/Hildesheim. Die sinkende Zahl an Gläubigen zwingt die beiden großen Kirchen auch im Norden zu einschneidenden Reformen. Erleichtert werden diese durch die wegen der stabilen Wirtschaft sprudelnden Kirchensteuereinnahmen. Bei der Vorlage des Haushalts 2013 ging das katholische Bistum Osnabrück am Montag von weiter steigenden Steuereinnahmen aus. Auch das Bistum Hildesheim rechnet mit einem Einnahmeplus, mit dem Rücklagen gebildet werden sollen. Auch die evangelischen Kirchen in Hannover und Bremen können sich über solide Haushaltsdaten freuen. Vorangegangen waren bei Katholiken und Protestanten Jahre des Sparens mit dem Zusammenlegen von Gemeinden und der Aufgabe von Gotteshäusern.

Insgesamt hat der Haushalt des Bistums Osnabrück ein Volumen von rund 140 Millionen Euro, 80 Prozent davon stammt aus Kirchensteuern. "Wir gehen für dieses Jahr davon aus, dass die Arbeitnehmer erhebliche tarifliche Zugewinne erhalten", sagte am Montag der Finanzdirektor des Bistums, Joachim Schnieders, in Osnabrück. Das werde sich auch auf die Einnahmen der Kirche auswirken. Das Bistum Osnabrück hat rund 570.000 Katholiken, ein gutes Drittel davon zahlt Kirchensteuer.

Knapp 46 Millionen des Haushalts fließen in die 230 Gemeinden. Mit fast 26 Millionen Euro stehen die Sozialen Dienste mit Kindertagesstätten, Beratungsstellen und der Caritas auf Platz zwei der Ausgabenliste. Für Bildung, Kunst und Medien gibt das Bistum rund 16 Millionen Euro aus. Die Schulstiftung des Bistums betreibt 18 Schulen.

Im Bistum Hildesheim mit seinen 617.000 Katholiken hat der Haushalt 2013 ein Volumen von 175,2 Millionen Euro – 5,1 Millionen mehr als im Vorjahr. 136,5 Millionen Euro der Einnahmen sind aus Kirchensteuern veranschlagt, 3,4 Millionen Euro mehr als 2012. Um kurzfristige finanzielle Einbrüche auszugleichen, will das Bistum den Geldsegen zum Aufbau einer Rücklage in Höhe von 50 Millionen Euro nutzen. Auch für die Pensionen der Priester und Kirchenbeamten wird mehr Geld auf die hohe Kante gelegt. Die Strukturreformen des Bistums gehen inzwischen auf die Zielgerade. Mit Zusammenlegungen soll die Zahl der Gemeinden von 176 auf rund 120 im Jahr 2014 sinken – vor wenigen Jahren gab es noch mehr als 300 Gemeinden.

"Mittelfristig wird die Zahl der Katholiken zurückgehen, vor allem im erwerbstätigen Alter", sagt der Hildesheimer Bistumssprecher Michael Lukas zu den finanziell düsteren Aussichten der Kirche. Vor allem der demografische Wandel macht den Kirchen zu schaffen, zugleich sinkt der Anteil der Christen in der Bevölkerung langsam aber stetig.

Kritisch äußerte sich der Osnabrücker Finanzdirektor zur Situation von Krankenhäusern und Altenheimen. Höhere Ausgaben durch Lohnsteigerungen könnten zunehmend nicht mehr durch die Einnahmen kompensiert werden. "Einen Zuschuss von Steuermitteln lehnen wir ganz klar ab", sagte Schnieders jedoch. Die Einrichtungen müssten in der Lage sein, sich etwa über die Pflegesätze refinanzieren.

(dpa)
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