Bremen Eiswettprobe an der Weser: Fluss wieder nicht zugefroren

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Die Bremer Eiswette lockt wieder viele hundert Zuschauer an die Weser. Auch diesmal ist die Wette bereits entschieden.

Bremen. Die Weser ist auch in diesem Jahr nicht zugefroren: Bei der 184. Bremer Eiswette am Sonntag stand das Ergebnis längst vorher fest. Zu dem rund einstündigen Spektakel kamen trotz Nieselregens rund 2000 Bremer. Die Eiswettprobe am 6. Januar läuft traditionell nach einem festgelegten Zeremoniell ab: Mit dabei sind die Heiligen Drei Könige und ein 99 Pfund leichter Schneider - der wieder nicht mit einem heißen Bügeleisen in der Hand trockenen Fußes die Weser überqueren konnte, wie es die Wettstatuten vorschreiben. Zuletzt war die Weser im Winter 1946/47 zugefroren.

Dem Präsidium des Vereins "Eiswette von 1829" blieb nichts anderes übrig, als wie in den Vorjahren durch Steinewerfen die Wette zu entscheiden. Das "Schneiderlein" ließ sich mit einem Tochterboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) über die Weser bringen.

Während das Präsidium in Frack und Zylinder erschien, kamen die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar in bunten Gewändern. Verspätet erschien wie immer der Schneider in karierter Hose, grünem Frack und grauem Zylinder. Burckhard Göbel spielt das "tapfere Schneiderlein" seit 24 Jahren und nimmt dabei die Politik aufs Korn. "Ohne 25.000 Euro sag' ich gar nichts", meinte der Schneider zur Begrüßung und bezeichnete etwa SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück als "Möchtegern höheren Gehalts-Kanzler". Auch der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff (CDU) bekam Spitzen.

Höhepunkt der Eiswette ist das Stiftungsfest, das jeweils am dritten Sonnabend im Januar stattfindet. Dazu werden am 19. Januar rund 700 Herren erwartet – Damen sind nach den Statuten nicht zu dem rund achtstündigen Essen zugelassen. Ehrengäste sind dieses Jahr Bahnchef Rüdiger Grube und Daimler-Chef Dieter Zetsche. Bei dem Fest werden Spenden für die DGzRS gesammelt. Im vergangenen Jahr wurde die Rekordsumme von mehr als 400 000 Euro gespendet.