27.12.12

Landtagswahl 2013

McAllister oder Weil? – Niedersachsen haben die Wahl

Seit Donnerstag werden an den Straßenrändern die Plakate der Parteien aufgehängt – es wird gekleistert, was die Eimer hergeben.

Foto: dapd
CDU stellt Grossflaechenplakate zur Landtagswahl vor
Arbeiter stellen in Hannover ein Wahlplakat der CDU mit der Aufschrift "Sicherheit geben" und dem Foto des Ministerpräsidenten von Niedersachsen, David McAllister (CDU), auf

Hannover. Die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und FDP sind am Donnerstag in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs gestartet. Die CDU setzt in ihrer Kampagne ganz auf Ministerpräsident David McAllister, der groß im Zentrum der Plakate zu sehen ist. Rund 1,5 Millionen Euro gibt die CDU nach eigenen Angaben für den Straßenwahlkampf aus. Die SPD investiert zwei Millionen Euro, unter anderem in sprechende Plakate. Die Botschaften von Stephan Weil können aber nur Smartphone-Besitzer hören, wenn sie sich vorher eine spezielle App heruntergeladen haben.

Die Slogans der großen Parteien ähneln sich. "Gute Bildung von Anfang an" fordert die CDU. Auf einem Weil-Plakat heißt es: "Weil wir gute Bildung für alle wollen". Die CDU ist aufgrund der hohen Popularitätswerte von Regierungschef McAllister zuversichtlich, Umfragen lassen allerdings die SPD auf einen Machtwechsel hoffen.

Rund 500 000 Euro liegen nach Angaben von Spitzenkandidat Stefan Birkner auf dem Wahlkampfkonto der FDP, die auf ihren Plakaten um Zweitstimmen wirbt. Derzeit liegt die FDP in Umfragen unter der Fünf-Prozent-Hürde und würde damit den Wiedereinzug in den Landtag verfehlen. Birkner klebte am Donnerstag ein Plakat mit der Forderung: "Schluss mit Schulden!"

"Mach's möglich" lautet das Motto der Grünen-Kampagne, die ebenfalls um Zweitstimmen wirbt. Bei den Plakaten setzen die Grünen auf Themen wie Atom oder Tierhaltung mit Slogans wie "Schwarz-Gelb sicher entsorgen" oder "Ernährung ist eine Frage der Haltung". Es gebe auch Plakate mit den Spitzenkandidaten Anja Piel und Stefan Wenzel, sagte eine Parteisprecherin. Den Grünen stehen etwa 340 000 Euro für den Straßenwahlkampf zur Verfügung.

Die großen Parteien hatten sich geeinigt, erst nach den Festtagen in den Straßenwahlkampf zu starten. Die Linke plakatierte dagegen schon vor Weihnachten: "Statt Spekulanten Kinder beschenken!" und "Statt Spekulanten Löhne und Renten retten!".

Insgesamt treten elf Parteien mit Landeslisten zur Wahl am 20. Januar an. 6,2 Millionen Wahlberechtigte in Niedersachsen sind aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Umfragen zufolge deutet sich ein Machtwechsel an, obwohl die CDU stärkste Partei ist. So liegt Rot-Grün nach den jüngsten Zahlen vor der regierenden Koalition aus CDU und FDP, weil die Liberalen keine fünf Prozent erreichen.

(dpa)
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