Niedersachsen Kleiderbügel und sprechende Plakate: der Wahlkampf der SPD

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Spitzenkandidat Stephan Weil präsentierte am Freitag die Kampagne, mit der die SPD die Landtagswahl im Januar für sich entscheiden will.

Hannover. Wahlwerbung einmal anders: Vor der Landtagswahl in Niedersachsen geht die SPD mit Kleiderbügeln und sprechenden Plakaten auf Stimmenfang.

Spitzenkandidat Stephan Weil, derzeit noch Oberbürgermeister in Hannover, stellte die Kampagne am Freitag vor. Die sprechenden Plakate können aber nur Besitzer eines Smartphones hören, wenn sie sich vorher eine spezielle App heruntergeladen haben und damit vor den Plakaten stehen. "Das ist für technikaffine Leute", betonte Weil.

In Wäschereinigungen zwischen Harz und Heide sollen die Niedersachsen ihre frisch gesäuberten Hemden ab Januar auf SPD-Kleiderbügeln zurückbekommen.

Die heiße Wahlkampfphase soll im Januar eröffnet werden. Dann sind fünf Auftritte von Peer Steinbrück geplant, der an diesem Wochenende in Hannover offiziell zum SPD-Kanzlerkandidaten gekürt werden soll. "Er wird zeigen, dass er Kanzler kann. Das wird uns auch im Wahlkampf in Niedersachsen helfen", sagte Weil. Er rechnet mit einem "sehr, sehr guten Ergebnis" der SPD-Delegierten für Steinbrück. Auf Kritik an neuen ursprünglich geplanten bezahlten Redeauftritten des Spitzenkandidaten reagierte Weil schmallippig: "Ich hab da schlichtweg nur mit den Achseln gezuckt. Das Thema ist wirklich ausgelutscht."

Für die Wahlkampagne in Niedersachsen gibt die SPD diesmal zwei Millionen Euro aus, nach Angaben von SPD-Landesgeschäftsführer Michael Rüter ist das weniger Geld als vor fünf Jahren. "Das ist wirklich ambitioniert, aber wir wollen ja anschließend auch den Landeshaushalt sanieren", sagte Spitzenkandidat Weil.

Das SPD-Wahlprogramm gibt es außer im 69-Seiten-Original als Hörbuch im Internet, auch in polnisch, russisch, türkisch und italienisch und in einer Version in leichter Sprache für Menschen mit Beeinträchtigungen.