Keim-Skandal Untersuchungsausschuss sieht schwere Fehler

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Fund tödlicher Keime auf der Frühchen-Station im Klinikum Bremen-Mitte sei zu spät erkannt und das Gesundheitsamt zu spät informiert worden.

Bremen. Beim Keim-Skandal im Klinikum Bremen-Mitte mit drei toten Frühchen sind auf mehreren Ebenen schwere Fehler gemacht worden. Zu diesem Ergebnis kommt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft in seinem am Montag online veröffentlichten Abschlussbericht.

Beim Hygiene- und Ausbruchsmanagement habe es Mängel am Klinikum und im Krankenhausverbund gegeben. Außerdem stellten die Abgeordneten strukturelle Probleme bei der Behörde für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit sowie beim Gesundheitsamt Bremen fest. Im vergangenen Jahr waren drei Frühchen an Infektionen mit resistenten Darmkeimen gestorben, mehrere erkrankten schwer.

Unter anderem habe der Krankenhaushygieniker am Klinikum Bremen-Mitte nicht die erforderliche ärztliche Qualifikation gehabt, kritisierten die Abgeordneten. Die Besetzung der Intensivstation für Neugeborene mit Pflegepersonal sei problematisch gewesen. Der Keimausbruch sei wegen mangelhafter Dokumentation zu spät erkannt und das Gesundheitsamt zu spät informiert worden. Das Gesundheitsamt habe die Einhaltung von Hygienestandards in den bremischen Krankenhäusern nicht überprüft.

Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hatte bei zwei Befragungen im Untersuchungsausschuss eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen.