03.12.12

Keim-Skandal

Untersuchungsausschuss sieht schwere Fehler

Fund tödlicher Keime auf der Frühchen-Station im Klinikum Bremen-Mitte sei zu spät erkannt und das Gesundheitsamt zu spät informiert worden.

Foto: dapd
Klinik Bremen
Das Klinikum Bremen-Mitte

Bremen. Beim Keim-Skandal im Klinikum Bremen-Mitte mit drei toten Frühchen sind auf mehreren Ebenen schwere Fehler gemacht worden. Zu diesem Ergebnis kommt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft in seinem am Montag online veröffentlichten Abschlussbericht.

Beim Hygiene- und Ausbruchsmanagement habe es Mängel am Klinikum und im Krankenhausverbund gegeben. Außerdem stellten die Abgeordneten strukturelle Probleme bei der Behörde für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit sowie beim Gesundheitsamt Bremen fest. Im vergangenen Jahr waren drei Frühchen an Infektionen mit resistenten Darmkeimen gestorben, mehrere erkrankten schwer.

Unter anderem habe der Krankenhaushygieniker am Klinikum Bremen-Mitte nicht die erforderliche ärztliche Qualifikation gehabt, kritisierten die Abgeordneten. Die Besetzung der Intensivstation für Neugeborene mit Pflegepersonal sei problematisch gewesen. Der Keimausbruch sei wegen mangelhafter Dokumentation zu spät erkannt und das Gesundheitsamt zu spät informiert worden. Das Gesundheitsamt habe die Einhaltung von Hygienestandards in den bremischen Krankenhäusern nicht überprüft.

Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hatte bei zwei Befragungen im Untersuchungsausschuss eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen.

Chronologie: Der Frühchen-Skandal in Bremen

30. April 2011: Der multiresistente Keim wird erstmals auf der Intensivstation für frühgeborene Babys entdeckt.

8. August 2011: Ein Frühchen stirbt an der Infektion. Im August und im September wird der Erreger bei weiteren Babys nachgewiesen.

7. September 2011: Die Klinikleitung informiert das Bremer Gesundheitsamt.

16./27. Oktober 2011: Zwei weitere Kinder sterben.

1. November 2011: Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) wird informiert, das Robert Koch-Institut (RKI) eingeschaltet.

7. November 2011: Die Klinik startet mit der Desinfektion der betroffenen Intensivstation. 15 Babys werden verlegt.

18. November 2011: Die Bürgerschaft in Bremen setzt einstimmig einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein.

20. Dezember 2011: Ein Untersuchungsbericht von Staatsrat Matthias Stauch ergibt: Auf der Frühchenstation wurde schlampig dokumentiert, Meldepflichten wurden missachtet.

9. Januar 2012: Die Klinik eröffnet die Frühchenstation wieder.

 23. Februar 2012: Wieder werden Darmkeime bei Frühchen nachgewiesen. Am Folgetag ergeht in der Station ein Aufnahme-Stop.

29. Februar 2012: Zwei Frühchen sterben an Blutvergiftung.

8. Juni 2012: Als eine Quelle für die tödlichen Infektionen gerät ein Automat zur Herstellung von Desinfektionslösung in Verdacht.

17. Juli und 11. Oktober 2012: Gesundheitssenatorin Jürgens-Pieper wird vom Untersuchungsausschuss befragt. Sie weist jede persönliche Verantwortung von sich und kritisiert einen Gutachter.

3. Dezember 2012: Der Untersuchungsausschuss veröffentlicht seinen Abschlussbericht. (dpa)

(dpa)
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