08.11.12

Atommülllager

Asse-Akten sollen veröffentlicht werden

Während Experten an der Bergung des Atommülls arbeiten, hat der Landtag Untersuchung beendet. Akten sollen veröffentlicht werden.

Von Marco Hadem
Foto: DPA
Atommülllager Asse
Das Atommülllager Asse bei Remlingen (Landkreis Wolfenbüttel)

Hannover. Die mehr als 3000 Akten des Asse-Ausschusses im niedersächsischen Landtag sollen im Landesarchiv veröffentlicht werden. "Wir hoffen, dass das Bundesforschungsministerium uns bei der Sicherung unterstützt", sagte die Vorsitzende des parlamentarischen Kontrollgremiums, Elisabeth Heister-Neumann (CDU), am Donnerstag im Landtag in Hannover. Mit der Besprechung des Abschlussberichtes setzten die Parlamentarier einen Schlussstrich unter die seit Juni 2009 laufende Untersuchung zu den Schlampereien und Mängeln bei der Nutzung des Salzstocks Asse bei Wolfenbüttel als Atommülllager.

Inzwischen sind sich alle Fraktionen einig, dass die Asse nie als Atommülllager genutzt werden durfte. Ungeachtet dieser Einigkeit, konnte die Ausschussarbeit die Meinungsverschiedenheiten zwischen SPD, Linken und Grünen auf der einen Seite sowie CDU und FDP auf der anderen Seite nicht lösen. Die Oppositionsfraktionen kritisierten etwa, dass trotz der Kenntnisse aus der Asse die Eignung von Salz als atomares Endlagermedium nicht ausgeschlossen werde – dies würde bedeuten, dass auch das Erkundungsbergwerk Gorleben als potenzielles Atommülllager aus dem Rennen wäre. Auch die Kostenbeteiligung der Atommüllproduzenten an der Bergung des Atommülls ist strittig.

Rund 126 000 Atommüllfässer lagern in der Asse unter Tage und trotz umfangreicher Forschungsarbeiten ist noch immer unklar, ob der Atommüll aus dem maroden Schacht geborgen werden kann. "Parteiübergreifend haben sich die Politiker bei der Asse nie mit Ruhm bekleckert", sagte Björn Försterling (FDP). Alle Beteiligten hätten es nicht geschafft, die Umweltkatastrophe zu verhindern.

Von 1967 bis 1978 waren unter dem Deckmantel der Forschung 126 000 Fässer mit überwiegend schwach- und mittelradioaktivem Abfall in der Asse entsorgt worden. Auch Plutonium lagert in dem ehemaligen Bergwerk, in das pro Tag bis zu 12 000 Liter Wasser eindringen. Über die genaue Inventarliste herrschte lange Verwirrung. Der Skandal kam erst 2008 ans Licht. Nach und nach wurden immer mehr Einzelheiten bekannt.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) kündigte bei seinem Asse-Besuch vor drei Monaten ein Sondergesetz für die Bergung des Atommülls aus dem maroden Salzstock an. Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz prüfen derzeit, ob und wie der radioaktive Abfall sicher aus der Asse geholt werden kann.

Zu den mehr als 60 Zeugen des Ausschusses zählten zahlreiche auch bekannte Politiker wie die ehemaligen Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD) sowie die aktuelle CDU-Forschungsministerin Annette Schavan und Ex-NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

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