Marine "Hermelin": Staatsanwalt ermittelt wegen Meuterei

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Tatvorwurf lautet auf tätlichen Angriff auf einen Dienstvorgesetzten und Meuterei. Attackierter Bootsmann aus Thailand bestreitet ebenso wie vier Soldaten, dass die Bezeichnung "Mongos" rassistisch gemeint war.

Nach dem Übergriff von vier Soldaten auf ihren Vorgesetzten auf dem Schnellboot "Hermelin" vor der Küste Libanons hat die Staatsanwaltschaft Rostock die Ermittlungen übernommen.

Der Tatvorwurf laute auf tätlichen Angriff auf einen Dienstvorgesetzten sowie Meuterei, sagte ein Behördensprecher am Freitag. Die Soldaten sollen einen Bootsmann mit einem Spanngurt und Klebeband auf einem Tisch fixiert und mit Farbe den Text "Hier wohnen die Mongos" auf das Bein geschmiert haben. Rostock ist Heimathafen des Bootes und gleichzeitig Sitz des Marinekommandos.

Zuvor soll der Bootsmann mit thailändischer Abstammung die Soldaten aber selbst als "Mongos" bezeichnet haben.

"Mongos" gilt als Bordsprachgebrauch

Wie der Staatsanwalt sagte, hätten alle Beteiligten einen rassistischen Hintergrund ausgeschlossen. Das Wort "Mongo" sei allgemeiner Bordsprachgebrauch. "Mit "Mongos" sind die Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade gemeint." Die vier Soldaten sind inzwischen wieder in Deutschland.

Das Schnellboot "Hermelin" beteiligt sich an dem Unifil-Einsatz vor der Küste des Libanons, um den Waffenschmuggel zu unterbinden und die Seewege zu kontrollieren.