28.02.13

Buxtehude

Helmut Blanke ist der neue Seelsorger für die Polizei

Der Superintendent wird künftig für 40.000 Beamte zuständig sein. Die Berufungsanfrage sei sehr überraschend gekommen.

Von Kerstin Lorenz
Foto: Fabian Schindler
Wechselt von Buxtehude nach Potsdam: der promovierte Theologe Helmut Blanke, 56
Wechselt von Buxtehude nach Potsdam: der promovierte Theologe Helmut Blanke, 56

Buxtehude. "Ich lasse mich gern herausfordern", sagt Helmut Blanke, derzeit noch Superintendent im Kirchenkreis Buxtehude, mit einem Lächeln, das Neugier verrät. Denn zum 1. April steht für den promovierten Theologen eine neue Herausforderung in der Berufs- und Lebensplanung an: Dann soll er als neuer Dekan für die evangelische Seelsorge in der Bundespolizei die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Peter Jentsch antreten.

Die Berufungsanfrage sei sehr überraschend gekommen, so Blanke, aber er habe sich genügend Zeit genommen, diesen wichtigen Schritt zu bedenken. Und der 56-jährige Blanke bekennt: "Nach zehn Jahren werde ich immer etwas unruhig und suche nach neuen Herausforderungen."

So kam der Personalvorschlag, den der Beauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Seelsorge in der Bundespolizei, Landesbischof Karl-Hinrich Manzke aus Bückeburg, vorgelegt hatte, zum richtigen Zeitpunkt. "Entscheidend für den Vorschlag war sicher meine langjährige Leitungserfahrung."

Seit September 2000 leitete er den Kirchenkreis Buxtehude als Superintendent und war für elf Kirchengemeinden mit rund 50.000 Mitgliedern im Kirchenkreis Buxtehude verantwortlich. Seit dem Jahr 2006 war Blanke zudem als stellvertretender Landessuperintendent auf Ebene des Sprengels Stade für die hannoverschen Kirchenkreise zwischen Elbe und Weser tätig.

Jahrelang engagierte er sich als Vorsitzender der Stader Bibel- und Missionsgesellschaft. Der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CDU) hat den 56-Jährigen nun zum Dekan für die Bundespolizei berufen.

Damit übernimmt Blanke die Dienstaufsicht über 17 haupt- und nebenamtliche Geistliche. Zudem ist er künftig verantwortlich für die Leitung und Koordination der Seelsorgearbeit in den Dienststellen der Bundespolizei, in denen deutschlandweit etwa 40.000 Beamte tätig sind.

Sein neuer Dienstsitz wird das Bundespolizeipräsidium in Potsdam sein. "Ja, ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Buxtehude nach Potsdam", sagt der Theologe. "Ich war sehr gern in Buxtehude an den Schnittstellen zur Gesellschaft mit Diakonie, Berufsausbildung und Bildung tätig." Zudem werde er sein Pfarramt und die regelmäßigen Predigten in der städtischen Kirche vermissen, in dem sein Engagement in der Ökumene eine tragende Rolle spielte.

Andererseits hält Helmut Blanke nach zwölf Jahren einen Wechsel für "gut und richtig". Blanke empfindet die neue Aufgabe in diesem "sensiblen Bereich" als reizvolle Herausforderung, der er sich im neuen Team gemeinsam mit den neuen Mitarbeitern stellen möchte. Auch wenn seine leitende Tätigkeit in Potsdam viel Ähnlichkeit mit jener in Buxtehude haben wird, so sei es doch ein neues und ihm noch nicht so vertrautes Arbeitsgebiet.

"Ich freue mich auf die Begegnung mit den Menschen, die bei der Bundespolizei so große Verantwortung tragen", sagt Blanke. Eine besondere Ausbildung für die Seelsorge bei der Bundespolizei oder spezielles Konfliktmanagement habe er nicht absolvieren müssen, so der erfahrene Theologe. "Notfallseelsorge gibt es in vergleichbaren Situationen überall." Jeder Theologe werde so ausgebildet, dass er in Extremsituationen, wie schweren Unfällen oder dem Überbringen von Todesnachrichten Angehörige oder Einsatzkräfte begleiten könne. "Natürlich werden diese Aufgaben der Traumabegleitung bei der Bundespolizei gehäufter für die Seelsorger zu erfüllen sein."

Ein gutes Konfliktmanagement ist in der alltäglichen Zusammenarbeit von Menschen stets gefordert. "Und sicher wird es, wie die Erfahrung lehrt, auch heikle Punkte zu meistern geben. Die kommen ja ohnehin immer dann und dort, wo man gar nicht mit ihnen rechnet", sagt Blanke.

"Ich stelle mir die Kirche als Einrichtung öffentlicher Verantwortung und Wahrnehmung vor und setze dabei auf große Offenheit", sagt der angehende Dekan. "Und vor allem wünsche ich mir Zeit für die Menschen, um ihre Schwierigkeiten im Leben, sei es durch Versetzung an neue Dienststellen oder bei aufwendigen Einsätzen, wie etwa bei Castor-Transporten, kennenzulernen."

Und kennenlernen möchte Helmut Blanke natürlich auch seinen neuen Wohnort Potsdam, wo es viel Neues und Interessantes zu entdecken gibt.

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