Schleswig-Holstein Kieler Regierung will Arbeit für das Land attraktiver machen

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Wird die Gewinnung guter Mitarbeiter schwieriger als der Personalabbau in der Landesverwaltung? Die Regierung in Kiel rechnet damit.

Kiel. Die Landesregierung in Kiel will ihre Anstrengungen verstärken, neue kompetente Mitarbeiter für die Landesverwaltung zu gewinnen. Dies kündigte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am Freitag im Landtag an. Zwar sollen bis 2020 mehr als 5000 Stellen abgebaut werden. Da aber im gleichen Zeitraum 12.000 Beschäftigte den aktiven Dienst verlassen, sind trotzdem mehrere tausend Stellen nachzubesetzen. Im Wettbewerb um Fachkräfte werde es darauf ankommen, die Attraktivität des öffentlichen Dienstes herauszustellen und zu steigern, sagte Heinold. Die Veränderung der Altersstruktur stelle den öffentlichen Dienst vor eine große Herausforderung. "Die Gewinnung von Personal erfordert daher verstärkte Anstrengungen."

Eine Projektgruppe in der Staatskanzlei solle Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Landesverwaltung als Arbeitgeber erarbeiten, sagte Heinold. Ziel sei es auch, das selbst ausgebildete Personal zu binden. Zudem solle für die Ausbildung in der Landesverwaltung ein einheitliches Karriereportal entwickelt werden. Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen und Menschen mit Behinderung sollen besonders gezielt angesprochen werden.

Da das Land bei der Höhe der Vergütung mit der freien Wirtschaft zum Teil nicht mithalten könne, müsse es mit anderen Pfunden wuchern, erläuterte Heinold. Als Beispiele nannte sie Teilzeitmodelle, mit denen auf fast jede Lebenssituation reagiert werden könne, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, Heim- und Telearbeit oder die Einrichtung von Kinderbetreuungszimmern in Ministerien und Behörden.

Zum Konflikt um die Frage, inwieweit der Tarifabschluss für die Angestellten – die Verhandlungen dazu laufen – auf die Beamten übertragen werden soll, bekräftigte Heinold, es werde eine wohl abgewogene Entscheidung und keine Nullrunde für die Beamten geben. Das Ergebnis der Tarifgespräche werde abgewartet, bevor eine Entscheidung fällt. Die Gewerkschaften fordern für die Angestellten 6,5 Prozent mehr Geld; die Landesregierung hat im Haushalt zunächst ein Plus von 1,5 Prozent eingeplant.