21.02.13

Insolventer Baukonzern

IBG-Geschäftsführer in Haft – Razzia in drei Ländern

Die Insolvenz des Baukonzerns IBG war ein Schock für Hunderte Häuslebauer. Den Verantwortlichen werden Betrug und andere Delikte vorgeworfen.

Foto: dpa
Bundesweite Razzia bei insolventer Baufirma
Ein Geschäftshaus der Firma IBG Holding GmbH in Büdelsdorf (Schleswig-Holstein). Nach der Insolvenz der Baufirma haben Ermittler Geschäftsräume und Privathäuser in drei Bundesländern durchsucht

Kiel. Bei einer Razzia in drei Bundesländern sind neun Objekte im Zusammenhang mit dem insolventen Baukonzern IBG durchsucht worden und drei Festnahmen erfolgt. Zwei Geschäftsführer des Büdelsdorfer Unternehmens (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und ein Steuerberater säßen in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft Kiel am Donnerstag mit. Die Durchsuchungen mit 45 Beamten fanden am Mittwoch in Schleswig-Holstein, Bayern und Nordrhein-Westfalen statt.

Es bestehe der dringende Verdacht, dass die Beschuldigten Zahlungen der IBG Holding GmbH in Höhe von zwei Millionen Euro an eine von ihnen beherrschte weitere Firma veranlässt hätten, ohne dass hierfür Gegenleistungen erbracht worden seien, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Dies sei vor der Insolvenz passiert. Ein Geschäftsführer wurde in seinem Wohnort in Schleswig-Holstein festgenommen, der andere sowie der Steuerberater in Nordrhein-Westfalen.

Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber sagte, es handle sich um einen seit über einem Jahr ausgeschiedenen Geschäftsführer einer der Firmen der IBG-Gruppe sowie einen IBG-Geschäftsführer, der aber seit der Insolvenz im November 2012 keine Handlungsvollmacht mehr habe.

Bereits vor drei Monaten waren bundesweit Privathäuser und Firmenräume der Verantwortlichen durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs, der Steuerhinterziehung, der Insolvenzverschleppung und des Verstoßes gegen das Bauforderungssicherungsgesetz.

Die Verbindlichkeiten der Gesellschaften der IBG-Gruppe sollen sich auf bis zu 50 Millionen Euro belaufen. Im November hatte der Insolvenzverwalter angekündigt, sich vor allem um Bauherren unfertiger Bauten kümmern zu wollen. Betroffen seien bundesweit etwa 670 Bauvorhaben. Die Zahl der Bauherren, deren Bauten zwar fertig sind, die aber noch Gewährleistungsansprüche besitzen, liege bei etwa 6300. Handwerker und Lieferanten schuldete die IBG damals zwölf Millionen Euro.

Die Firmen der IBG Unternehmensgruppe stehen seit dem 5. November 2012 unter Insolvenzverwaltung. Die IBG-Gruppe hatte ihre Bautätigkeit bereits vor der Insolvenz eingestellt. Von den ursprünglich 150 Mitarbeitern sei maximal ein Dutzend noch mit der Insolvenz beschäftigt. Ein Teil der Bauten werde von anderen Bauunternehmen fortgeführt, hieß es. Die IBG hat laut Schmid-Sperber inzwischen nur noch ihren Zentralsitz in Büdelsdorf. Alle anderen Niederlassungen seien inzwischen aufgelöst worden.

(dpa)
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