Rückkehr Abgeschobene Kurdin Gazale Salame erhält Visum

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Die damals schwangere Salame war vor acht Jahren mit ihrer einjährigen Tochter aus einem Dorf bei Hildesheim abgeschoben worden.

Hannover. Der Rückkehr der in die Türkei abgeschobenen Kurdin Gazale Salame nach Deutschland steht nichts mehr im Weg: Das niedersächsische Innenministerium hat am Donnerstag einem Antrag auf ein Visum für die Frau und ihre beiden Kinder zugestimmt, wie Ministeriumssprecher Frank Rasche mitteilte. Eine entsprechende Anfrage des deutschen Generalkonsulats in Izmir sei Anfang der Woche in Hannover eingegangen. Der niedersächsische Flüchtlingsrat begrüßte die Entscheidung von Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Die damals schwangere Salame war vor acht Jahren mit ihrer einjährigen Tochter aus einem Dorf bei Hildesheim abgeschoben worden, als der Vater die beiden älteren Töchter zur Schule brachte. Grund dafür waren falsche Angaben, die Salames Eltern Jahre zuvor bei ihrer Einreise gemacht hatten.

Das Schicksal der Kurdin machte Schlagzeilen und brachte Pistorius' Amtsvorgänger Uwe Schünemann (CDU) große Ablehnung ein. Für seine Abschiebepolitik war er immer wieder von SPD, Grünen, Vertretern der Kirchen und von Flüchtlingsverbänden kritisiert worden.

Pistorius hatte noch nach seiner Amtsübernahme am Dienstag erklärt, er wolle die Rückkehr Salames zur Chefsache machen. Für ihn stehe fest, dass er die Rückkehr nach Deutschland "schnellstens ermöglichen" wolle.

Nach einem Landtagsentscheid im Dezember war auf eine baldige Rückkehr gehofft worden. Im Januar gab der Landkreis Hildesheim bekannt, dass die Voraussetzungen für die Beantragung eines Visums gegeben seien. Grund dafür sei, dass eine der beiden in Deutschland gebliebenen Töchter Salames eine Aufenthaltserlaubnis habe.