21.02.13

Mecklenburg-Vorpommern

Hoher Krankenstand in Finanzämtern

Mitarbeiter der Bundesverwaltung kommen im Schnitt auf 19 krankheitsbedingte Fehltage. Und liegen damit weit über dem Durchschnitt.

Foto: dapd
Zahl der Krankmeldungen auf dem hoechsten Stand seit 15 Jahren
Hohe Krankenstände sorgen für Personalnot in Finanzämtern Mecklenburg-Vorpommerns

Schwerin. Dauerhaft hohe Krankenstände sorgen für Personalnot in den Finanzämtern Mecklenburg-Vorpommerns. Jeder der knapp 2700 Beschäftigten fehlte im Jahr 2011 im Durchschnitt 22 Tage wegen Krankheit, geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion hervor. Das ist mehr als doppelt so oft wie in ganz Deutschland: Insgesamt waren Arbeitnehmer laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 9,5 Arbeitstage krankgemeldet. Medienberichten zufolge kamen Mitarbeiter der Bundesverwaltung jedoch im Schnitt auf 19 krankheitsbedingte Fehltage.

Die Linke-Abgeordnete Jeannine Rösler sprach am Donnerstag in Schwerin von einem "unhaltbaren Zustand" in den Finanzämtern des Landes. Aus der vom Finanzministerium für dieses Jahr angekündigten Personalanalyse für die Finanzämter müssten deshalb zügig die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. "Denn so viel ist heute schon klar: Bei einem weiteren Personalabbau und gleichzeitiger Arbeitsverdichtung werden die Probleme in der Finanzverwaltung nur noch größer", warnte Rösler. Laut Landesregierung sank die Zahl der Planstellen seit 2007 von 2432 auf 2171 im Jahr 2012.

Ein Sprecher des Ministeriums betonte, dass die Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern personell gut aufgestellt seien. Trotz des beschlossenen Personalkonzepts, das in nahezu allen Bereichen der Verwaltung schrittweisen Stellenabbau vorschreibt, liege Mecklenburg-Vorpommern über dem Durchschnitt vergleichbarer Bundesländer. Der Sprecher verwies zudem auf Unterschiede in der Datenerfassung: "In unserer Krankenstatistik werden Kalendertage erfasst – inklusive Wochenenden und Feiertage. Bei den Zahlen des Bundesamtes wird hingegen von einer Fünf-Tage-Woche ausgegangen."

Rösler beklagte zudem, dass es bereits zu empfindlichen Stelleneinbußen in den Bereichen Betriebsprüfung und Steuerfahndung gekommen sei. Dabei profitiere das Land von einer adäquaten Personalausstattung: "Zusätzliche Steuerprüfer und -fahnder führen zu deutlichen Mehreinnahmen des Landes, die die Personalkosten locker übersteigen." Allerdings sei eine Stärkung des Außendienstes nicht allein aus finanziellen Gründen geboten. "Eine leistungsfähige Steuerverwaltung ist die Voraussetzung für Steuergerechtigkeit. Und die ist ohne ausreichendes Personal nicht zu gewährleisten", betonte Rösler.

(dpa)
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