Itzehoe Großdruckerei Prinovis vor dem Aus - 1100 Jobs betroffen

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Das Ende von Prinovis wird voraussichtlich am Mittwoch verkündet. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Werksschließung indes scharf.

Itzehoe. Die Tiefdruckerei des Unternehmens Prinovis am Standort Itzehoe mit insgesamt 1100 Beschäftigten wird Mitte 2014 geschlossen. Der Werksleiter Lars Meusburger habe ihn am Vormittag vorab unterrichtet, sagte Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen. Koeppen sprach von einem rabenschwarzen Tag für die Stadt und die Region, es sei eine Katastrophe.

Mehrere Gespräche zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Geschäftsführung hätten zu keinem Ergebnis geführt. Deshalb habe Verdi bereits am Sonntag die Mitglieder in Itzehoe über das Ende des Werks informiert. Die Schließung habe bereits seit dem vergangenen September im Raum gestanden, sagte Verdi-Fachbereichsleiter Martin Dieckmann.

An dem norddeutschen Druckstandort arbeiten laut Verdi rund 700 fest angestellte Mitarbeiter sowie 400 Leiharbeiter. Die Traditionsdruckerei ist einer der größten Arbeitgeber im Kreis Steinburg. Im Itzehoer Prinovis-Werk werden Kataloge und große Zeitschriften wie "Stern" und "Spiegel" hergestellt. Tiefdruckereien stehen in Deutschland wegen Überkapazitäten sowie rückläufiger Auflagen bei Magazinen und Katalogen unter starkem Ertragsdruck. 74,9 Prozent der Prinovis-Anteile gehören dem Bertelsmann-Konzern, der Rest der Axel Springer AG.

Verdi kritisiert voraussichtliche Schließung scharf


Die Gewerkschaft Verdi hat unterdessen eine bevorstehende Werksschließung im Prinovis-Druckkonzern scharf kritisiert. "Insgesamt mehr als 1000 Beschäftigte und ihre Familien, darunter mehr als 300 Leiharbeiter und Werkvertragsarbeitnehmer, werden zum Opfer einer unverantwortlichen Unternehmensstrategie", teilte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke am Mittwoch in Berlin mit. Die vom Management angekündigte Schließung der Druckerei sei für die strukturschwache Region Itzehoe im Kreis Steinburg eine soziale Katastrophe. Die Prinovis-Geschäftsleitung hat bislang noch keine Stellungnahme zu den von der Gewerkschaft bekanntgemachten Schließungsplänen abgegeben.