Wilhelmshaven Fregatte "Emden" startet zu ihrer letzten Fahrt

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Deutscher Marineverband beteiligt sich an multinationalen Manövern im Mittelmeer und Atlantik. Neue Korvette "Oldenburg" soll sich bewähren.

Wilhelmshaven. Ein deutscher Marineverband hat am Montag den Stützpunkt Wilhelmshaven verlassen und Kurs auf das Mittelmeer genommen. Der Ausbildungsverband soll sich dort sowie in der Nordsee und im Atlantik bei Manövern bewähren. Für die 1983 in Dienst gestellte Fregatte "Emden" ist es nach 30 Jahren die letzte große Fahrt. Dem Ausbildungsverband gehören auch die Korvetten "Oldenburg" und "Braunschweig" an. Später stoßen die Fregatte "Bremen" und der Versorger "Frankfurt am Main" hinzu. Im Juni soll der Verband zurückkehren.

Ursprünglich wollte die Marine fünf neue Korvetten deutlich früher einsetzen. Doch verzögerte eine Pannenserie die Inbetriebnahme der insgesamt 1,2 Milliarden Euro teuren Schiffe um rund vier Jahre. An Getriebe, Elektronik und Klimatechnik tauchten schwere Mängel auf. Zudem traten im Maschinenraum giftige Dämpfe aus.

"Die Korvette wird das hervorragend meistern", sagte Fregattenkapitän Torsten Ites vor dem Auslaufen der "Oldenburg". Er führt den Verband mit rund 750 Männern und Frauen an. In einigen Jahren sei auch eine technische Nachrüstung mit Drohnen denkbar: Kleine ferngelenkte Hubschrauber könnten dann von Bord starten und landen, um das Risiko für die Besatzung des Schiffes zu verringern.

Etwas Wehmut verspürten Marinesoldaten auf der "Emden" angesichts des letzten großen Einsatzes. "Nach einiger Zeit fühlt man sich mit dem Schiff verheiratet", sagte Kommandant Hendrik Hülsmann, der die Fregatte seit 15 Jahren kennt. "Das Schiff ist super in Schuss, darauf sind wir schon stolz", versicherte Leutnant Jens Rademacher.

In der Marine und in der Patenstadt Emden hoffen viele, dass es ein neues Schiff mit dem Traditionsnamen gibt. Im Ersten Weltkrieg war der Kleine Kreuzer "Emden" wegen seiner Versenkungserfolge eines der bekanntesten deutsche Kriegsschiffe. Die Crew wurde von Gegnern wegen ihrer Ritterlichkeit gelobt. Kritiker erinnern an die gewaltsame Rolle bei der Niederschlagung von Aufständen in den deutschen Kolonialgebieten.