Niedersachsen Wahlsieger Stephan Weil bereitet Rathaus-Abschied vor

Foto: dpa

Hannovers Oberbürgermeister hat vor seinem Wechsel in die Staatskanzlei eine positive Bilanz seiner 16-jährigen Arbeit im Rathaus gezogen.

Hannover. Vor seinem Wechsel in die niedersächsische Staatskanzlei hat Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil eine positive Bilanz seiner 16-jährigen Arbeit im Rathaus gezogen. Er hinterlasse ein geordnetes Haus, sagte der SPD-Politiker am Dienstag. Unter anderem habe man einen ausgeglichenen Haushalt, eine wachsende Einwohnerzahl und eine breiter aufgestellte Wirtschaft als früher erreicht, meinte der 54-Jährige. Besonders stolz sei er, dass in seiner Amtszeit die Gewerbesteuer nicht erhöht werden musste.

Als prägenden Moment nannte Weil seine Rede nach dem Freitod des von ihm geschätzten Fußballtorwarts Robert Enke im Herbst 2009. Aber auch der Empfang für die Gewinnerin des Eurovision Song Contests, Lena Meyer-Landrut, im Frühsommer 2010 blieb ihm im Gedächtnis.

Selbst wenn er als Kämmerer mitunter vor Frust "in die Tischkante" gebissen hätte: Hannover sei heute eine lebenswerte Stadt mit solider Haushaltslage. Auf allen Feldern sei das Angebot überdurchschnittlich, wenn auch nicht unbedingt immer spektakulär.

Als Ministerpräsident will er weitermachen, wo er als Rathaus-Chef aufhöre, sagte Weil vor der offiziellen Verabschiedung am Donnerstag. Die Probleme seien vergleichbar, wenn auch auf anderer Ebene. Seine langjährige Sekretärin Gabi Schirm wird ihm in die Staatskanzlei folgen, kündigte er an. Weil wechselt nach dem rot-grünen Wahlsieg in Niedersachsen in die Landespolitik und wird voraussichtlich im Februar zum Ministerpräsident gewählt. Der 54-Jährige war seit November 2006 Oberbürgermeister.