26.01.13

P+S-Werft

Regierungskoordinator besucht Stralsunder Werft

Der maritime Koordinator der Bundesregierung zeigt sich optimistisch, dass es auch 2014 mit Schiffsbau in Stralsund weitergehen wird.

Foto: dpa
P+S-Werft in Stralsund wird wieder angefahren
Die P+S-Werft in Stralsund

Stralsund. Nach einem Besuch der insolventen P+S-Werft hat sich der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, optimistisch gezeigt, dass es auch 2014 mit dem Schiffbau in Stralsund weitergehen wird. "Ich bin zuversichtlich, dass das gelingt", sagte Otto (FDP) am Sonnabend. Nachdem seit Montag wieder rund 300 Werftarbeiter an den beiden Transportschiffen für die dänische Reederei DFDS arbeiteten, sei der Optimismus bei allen Beteiligten sehr deutlich zu spüren.

Auch mit Blick auf mögliche Interessenten meinte er: "Wichtig ist, dass die Werft im Produktionsprozess bleibt." Der Bau von Offshore-Plattformen und Versorgungsschiffen könne eine wichtige Perspektive für die Werft sein. "Daraus nährt sich der Optimismus", sagte Otto.

Die Reederei DFDS hatte nach Bekanntwerden der vorläufigen Insolvenz im September die Verträge für die beiden Schiffe gekündigt, später aber einen neuen Kontrakt über die Fertigstellung abgeschlossen. Das dänische Verteidigungsministerium muss dem Vertrag noch zustimmen. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass die ausstehenden Bedingungen für die Erteilung des Auftrags für die beiden Transportschiffe kurzfristig erfüllt werden und der Auftrag dann hereinkommt", sagte dazu Otto, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium seines Parteikollegen Philipp Rösler.

Die 195 Meter langen Schiffe sollen bis Frühjahr 2014 fertiggestellt werden. Bis dahin – so die Hoffnung der Insolvenzverwaltung und des Betriebsrates – sollte ein neuer Investor für die Werft gefunden sein. Seit Montag gehen mit den Mitarbeitern aus Verwaltung und Konstruktion wieder rund 500 Menschen auf die Stralsunder Werft zur Arbeit, die einst 1200 Beschäftigte hatte.

P+S – Das Auf und Ab der Werften

Chronologie der P+S-Werften

1948 wurden die Volkswerft Stralsund und die Peene-Werft Wolgast gegründet.

1992 übernimmt die Bremer Hegemann-Gruppe die einstige Marinewerft in Wolgast. Jahrelang hat die Peene-Werft volle Auftragsbücher.

Juli 2007: Die Hegemann-Gruppe übernimmt die Volkswerft Stralsund. Sie will in die Produktion besonders großer Containerschiffe einsteigen.

Februar 2009: Infolge der Wirtschaftskrise werden in beiden Werften die Aufträge knapp. Reedereien stornieren Schiffsneubauten.

März 2009: Hegemann kündigt die Umstellung auf den Spezialschiffbau an.

Juni 2009: Finanz- und Wirtschaftsministerium geben grünes Licht für eine Bürgschaft über 9 Millionen Euro.

Juni 2010: Die beiden Werften stellen sich unter dem Namen P+S- Werften neu auf. Die Hegemann-Gruppe hält einen Anteil von 7 Prozent, die HSW Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft ist mit 93 Prozent beteiligt.

August 2010: Die Belegschaften erklären sich zu kostenloser Mehrarbeit bereit, um die weitere Sanierung der Werften zu sichern.

August 2011: Die P+S-Werften erhalten einen weiteren Millionenauftrag über den Bau von zwei Offshore-Installationsschiffen.

März 2012: Land, Bund und Banken einigen sich auf Unterstützung bei der Finanzierung von Schiffbauaufträgen. Grund sind die teureren Spezialschiffe.

Mai 2012: Ein Finanzloch von 200 Millionen Euro gefährdet den Fortbestand. Das Land ist grundsätzlich zu erneuter Hilfe bereit, braucht aber die Zustimmung der EU und sieht auch Bund, Banken, das Unternehmen und die Belegschaft mit in der Verantwortung.

Juni 2012: Es stellt sich heraus, dass fast 300 Millionen Euro Umstrukturierungsbeihilfe nötig sind. Die Mitarbeiter erklären sich bereit, sich an der Rettung mit 68 Millionen Euro zu beteiligen. Schwerin sagt ein Darlehen von bis zu 152,4 Millionen Euro zu.

Juli 2012: Die EU-Kommission genehmigt die staatliche Garantie für die P+S Werften unter Vorbehalt.

August 2012: Der frühere Airbus-Manager und Sietas-Werftsanierer Rüdiger Fuchs wechselt als Unternehmenschef an die Spitze der P+S-Werften. Er deckt größere Probleme als bisher bekannt auf, darunter Lieferverzögerungen für Scandlines-Fähren und zwei Spezialfrachter.

20. August: Das Land stoppt die Hilfen.

1. November: Gut zwei Monate nach dem Insolvenzantrag für die P+S-Werften eröffnet das Amtsgericht Stralsund das Insolvenzverfahren. Die Gläubiger haben Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe, auch das Land.

 Quelle: dpa

(dpa)
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