23.01.13

Krisengespräch

Bode und Lies wollen Siag Nordseewerken helfen

Der als künftiger Wirtschaftsminister gehandelte SPD-Politiker Lies gibt sich optimistisch zur Zukunft der insolventen Emder Nordseewerke.

Foto: dpa
Siag Nordseewerke - Olaf Lies
Olaf Lies, SPD-Kandidat für das Amt des niedersächsischen Wirtschaftsministers, spricht vor dem Landtag in Hannover (Niedersachsen) mit Mitarbeitern der Siag Nordseewerke (Archivfoto)

Emden. Der amtierende Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) und sein möglicher Nachfolger Olaf Lies (SPD) wollen gemeinsam nach einer Lösung für die insolventen Emder Siag Nordseewerke suchen. Dazu sei ein Treffen am Donnerstag geplant, sagte Lies am Mittwoch nach einem Telefonat mit Bode. "Wenn die Möglichkeit besteht und wenn es notwendig wird, werden wir nächste Woche auch das gemeinsame Gespräch in Brüssel suchen", sagte Lies nach einem Runden Tisch zur Lage des angeschlagenen Offshore-Zulieferers in Emden. "Das ist ein sehr positives Signal, und ich bleibe jetzt guter Dinge, dass wir in der nächsten Woche einen ganzen Schritt vorankommen."

Bode hatte vergangene Woche kurz vor der Landtagswahl den baldigen Einstieg eines Investors bei den Siag Nordseewerken angekündigt. Danach will der Stahlbauer DSD 240 der 750 Mitarbeiter übernehmen. Weitere 150 Siag-Beschäftigte sollen Angebote bei ThyssenKrupp Marine erhalten und zunächst mit 340 weiteren Beschäftigten in einer Transfergesellschaft unterkommen. Die NordLB finanziert die Übernahme, für den Kredit bürgt das Land zu 80 Prozent. Darüber soll am Donnerstag der Haushaltsausschuss des Landtages entscheiden.

Die Traditionswerft Nordseewerke soll nach der Übernahme durch den inzwischen insolventen Stahlbauer Siag und dem baldigen Einstieg von DSD unter dem Namen Nordsee Steel Tec (NST) firmieren. Er sei froher Hoffnung, dass es mit NST wieder ein Offshore-Unternehmen für alte und neue Arbeitsplätze geben könne, sagte Lies.

Die bisherigen Pläne für eine Transfergesellschaft seien unterfinanziert und reichten nur für gut drei Monate, sagte der SPD-Politiker weiter. Er wolle mit Bode nach einem Weg suchen, die Transfergesellschaft für den Zeitraum von sechs Monaten zu verlängern. Nach Abstimmung mit dem künftigen Ministerpräsidenten Stephan Weil und einer rechtlichen Prüfung solle das Land dafür zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Transfergesellschaft sei dann "keine Notlösung, sondern eine echte Perspektive", sagte Lies.

Die IG Metall Küste forderte schnelle und unbürokratische Hilfe der amtierenden Landesregierung. Ohne die Transfergesellschaft werde der Einstieg des Investors DSD auf den letzten Metern gefährdet. Die nötigen Haushaltsmittel seien eine vergleichsweise geringe Summe angesichts von Hunderten bedrohter Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region, sagte Wilfried Alberts von der IG Metall Emden. Trotz der laufenden Gespräche bleibe die Situation bedrückend. "Es ändert sich leider nichts daran, dass etwa 500 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren werden."

(dpa)
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