22.01.13

Niedersachsen-Wahl

Kieler Minister: A20 muss in voller Länge gebaut werden

Die Autobahn 20 sorgt für neue Aufregung. Werden die Grünen einen Weiterbau stoppen? Der Kieler Minister hält weiter an dem Projekt fest.

Foto: pa/dpa
Gericht verzögert Weiterbau der A20
Ein Monument, das die A20 symbolisieren soll, steht an der Autobahn 23 nahe der schleswig-holsteinischen Gemeinde Lägerdorf

Kiel. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer geht trotz des bevorstehenden Regierungswechsels in Niedersachsen davon aus, dass die Autobahn 20 wie vorgesehen zu Ende gebaut wird. "Wir brauchen sie in voller Länge, einschließlich der westlichen Elbquerung", sagte der SPD-Politiker am Dienstag. "Ich glaube, das wird auf niedersächsischer Seite auch so gesehen, auf jeden Fall bei der SPD." Hintergrund sind die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen im Nachbarland. Die dortigen Grünen sind ebenso wie die im Norden gegen einen Weiterbau der Autobahn samt Elbquerung bei Glückstadt.

Es sei im ureigensten Interesse von Niedersachsen, die Magistrale zu Ende zu bauen, weil sie zum Tiefwasserhafen Wilhelmshaven führe, sagte der Kieler Minister. "Wir werden aktiv auf die Niedersachsen zugehen", kündigte Meyer an. "Ich glaube, dass wir eine Zeit guter Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen erleben werden." Nötig sei jetzt Klarheit des Bundes zur Finanzierung der Elbquerung. Dies sei entscheidend für die politische Akzeptanz der A20 in beiden Ländern.

Die Grünen im Norden bekräftigten ihre Distanz zu dem Vorhaben. "Wir sind froh, dass wir die niedersächsischen Grünen an unserer Seite haben, wenn es darum geht, nicht finanzierbare Großprojekte infrage zu stellen", erklärte die Landesvorsitzende Ruth Kastner. "Wir Grüne in Schleswig-Holstein sind gut damit gefahren, in der Verkehrspolitik von realistischen Annahmen auszugehen." Bei Großprojekten wie der A20 gelte diese Linie: "Gebaut wird, was finanzierbar ist, weiter planen ist erlaubt".

FDP-Fraktionsvize Christopher Vogt forderte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auf, seinen Parteifreunden in Niedersachsen klarzumachen, dass es ein Affront für Schleswig-Holstein wäre, wenn die Grünen im Nachbarland einen Weiterbau der Autobahn verhindern würden. CDU-Fraktionschef Johannes Callsen äußerte die Hoffnung, die SPD in Niedersachsen möge in Sachen A20 und Elbquerung mit den Grünen nicht so "gleichgültig" verhandeln wie die SPD in Schleswig-Holstein.

(dpa)
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