Übernahme Siag sieht Unklarheiten bei Investoren-Lösung

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Die insolventen Siag Nordseewerke werden vom Stahlbauer DSD Steel übernommen. Bei der Abwicklung sind laut Siag noch Details ungeklärt.

Emden. Nach der überraschenden Einigung zwischen der Norddeutschen Landesbank und dem Stahlbauer DSD Steel zur Übernahme der insolventen Siag Nordseewerke hat der Betriebsrat in Emden mit Zurückhaltung reagiert. Viele Details seien noch unklar, der Betriebsrat sei an den jüngsten Gesprächen nicht beteiligt worden, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen.

Nach Angaben von Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) will DSD 240 der 750 Mitarbeiter übernehmen. Weitere 150 Siag-Beschäftigte sollen bei ThyssenKrupp Marine Systems unterkommen. "Das Ergebnis ist für zwei Drittel der Belegschaft eine Katastrophe", sagte Betriebsrat Karl-Heinz Schäfer.

Die NordLB finanziert die Übernahme, für den Kredit bürgt das Land zu 80 Prozent. Außerdem soll eine Transfergesellschaft gebildet werden, um Arbeitnehmer in neue Stellen zu vermitteln, die ihre Jobs verlieren.

Entgegen der Erklärung der niedersächsischen Landesregierung sei die Finanzierung einer Transfergesellschaft für die Beschäftigten alles andere als sicher, erklärte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste am Freitag. "Auf ausdrücklichen Wunsch von Wirtschaftsminister Jörg Bode fanden die Verhandlungen ohne Beteiligung des Betriebsrates und der IG Metall statt", hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Landtag berät trotz Wahl in Sondersitzung über Siag-Bürgschaft

Ungeachtet der Landtagswahl will der Haushaltsausschuss des Landtags am Donnerstag in einer Sondersitzung über die Landesbürgschaft für Siag beraten. "Das Finanzministerium hat um die Einberufung gebeten", sagte der Ausschussvorsitzende Heinrich Aller (SDP) am Freitag der dpa in Hannover. Probleme wegen der sogenannten Diskontinuität infolge der Wahl am Sonntag sehe er nicht: "Bürgschaften müssen ab einer bestimmten Höhe vom Ausschuss auf den Weg gebracht werden." Der Beschluss sei Handlungsauftrag für die Regierung.