15.01.13

Geld

Statistik offenbart große Verdienstunterschiede im Norden

Frauen bekommen weniger als Männer, Hamburger verdienen mehr als Schleswig-Holsteiner. Überraschend: Vom Brutto blieb mehr Netto.

Foto: pa/Bildagentur-online
Stempel mit Aufschrift Gehaltsabrechnung liegt auf selbiger
Statistisch belegt:Hamburger verdienen mehr als Schleswig-Holsteiner

Kiel/Hamburg. Die Statistik belegt es eindeutig: Frauen und Beschäftigte ohne Berufsausbildung gehen mit erheblich weniger Geld nach Hause als der Durchschnitt aller Beschäftigten. Angaben des Statistikamtes vom Dienstag bekräftigen außerdem, dass die Arbeitnehmer in Hamburg Monat für Monat einige hundert Euro mehr überwiesen bekommen als ihre Nachbarn in Schleswig-Holstein. Der Bericht zeigt auch, dass der Anteil des Nettoverdienstes am Bruttolohn zwischen 2006 und 2010 leicht zunahm.

Im Jahr 2010 blieben jedem Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein im Durchschnitt von gut 2.300 Euro brutto nach Abzug von Lohnsteuer und Beiträgen zur Sozialversicherung etwa 1.600 Euro. Diese Angaben beziehen sich auf Zahlen von 2010 aus Betrieben mit mindestens zehn Arbeitnehmern und erfassen auch die Bezüge von Teilzeitbeschäftigten. In Vollzeit beschäftigte Männer verdienten durchschnittlich 2.100 Euro netto, Frauen nur 1.700.

In Hamburg waren es gut 2.600 Euro für Männer und etwas mehr als 2.000 Euro für Frauen. Unter Einbeziehung der Teilzeitbeschäftigten erhielten alle Arbeitnehmer in der Hansestadt im Durchschnitt fast 3.000 Euro brutto und nicht ganz 2.000 Euro netto.

Beschäftigte ohne Berufsausbildung bekamen in beiden Ländern nur 58 Prozent des durchschnittlichen Monatsverdienstes. Fast 22 Prozent aller Beschäftigten in Schleswig-Holstein arbeiteten für einen Niedriglohn, in Hamburg waren es 14,4 Prozent. Dort zählten 28,1 Prozent zu den Besserverdienenden, bei den Nachbarn ganz im Norden nur 13,4 Prozent.

Der Verdienst steigt mit zunehmendem Alter, aber auch hier offenbaren sich klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So verdienten in Vollzeit beschäftigte Männer in Schleswig-Holstein im Alter von 45 bis 50 Jahren 44 Prozent mehr als ihre 20 Jahre jüngeren Kollegen (Hamburg: 60 Prozent). Bei den Frauen betrug die Differenz nur 21 beziehungsweise etwa 30 Prozent. Eine Ursache: Männer steigen häufiger nach längerer Tätigkeit in Spitzenpositionen mit hohen Verdiensten auf, während Frauen diese Positionen seltener erreichen.

Der Anteil des Nettoverdienstes am Bruttolohn erhöhte sich in Hamburg zwischen 2006 und 2010 um 1,4 Punkte auf 65,9 Prozent. In Schleswig-Holstein gab es einen Anstieg um 1,5 Punkte auf 68,2 Prozent.

Der DGB prangerte die geringeren Verdienste für Frauen und die Niedriglöhne an. "Immer mehr Arbeitgeber drücken sich vor einer fairen Bezahlung", rügte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. "Die Minijob-Kultur und Billiglohn-Politik in Berlin trifft den Norden besonders hart." Arbeit dürfe nicht länger zum Schnäppchen von Gewinn-Maximierern gemacht werden. Polkaehn warf Unternehmen vor, sie hielten Frauen systematisch von den Chefetagen fern. Von erschreckenden Zahlen für die reiche Metropole sprach Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund. "Es ist beschämend, dass das Billiglohnprinzip gnadenlos ausgenutzt wird und so etwas in dieser Stadt und in diesem Land möglich ist."

(dpa)
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