11.01.13

Mecklenburg-Vorpommern

Bericht: Rechtsextreme "Hammerskins" immer aktiver

Die "taz" zitiert aus einer internen BKA-Analyse, der in vor einem Erstarken des Neonazi-Netzwerks im Nordosten gewarnt wird.

Foto: dpa/DPA
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Rechtsextremes Gedankengut ist weit verbreitet

Berlin/Schwerin. Die rechtsextreme Gruppierung der "Hammerskins" verzeichnet einem Bericht der Tageszeitung "taz" zufolge in Mecklenburg-Vorpommern spürbaren Zulauf. Das Blatt beruft sich auf eine interne Analyse des Bundeskriminalamts (BKA), in der vor einem Erstarken des Neonazi-Netzwerks im Nordosten Deutschlands gewarnt wird. "Seit 2012 scheint sich die Hammerskin-Szene in Mecklenburg-Vorpommern zu beleben", zitiert die "taz" aus dem zwanzigseitigen Papier. Das BKA spreche von 193 bekannten Mitgliedern und Sympathisanten der "Hammerskins" in ganz Deutschland. Von fast der Hälfte sei bekannt, dass sie schon Straftaten begangen haben.

Wie ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Schwerin sagte, gibt es Verbindungen der rechten Kameradschaftsszene zu dem Neonazi-Netzwerk etwa in Westmecklenburg. "Es ist bekannt, dass beispielsweise das "Thinghaus" Bezüge zur Hammerskin-Szene aufweist und dass die Bedeutung der Szene bei der Organisation von rechtsextremistischen Konzerten nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern zuzunehmen scheint." Das "Thinghaus" in Grevesmühlen gilt als Treffpunkt der rechten Szene. Der NPD-Landtagsabgeordnete Stefan Köster unterhält dort ein sogenanntes Bürgerbüro.

Den "Hammerskins", die im jüngsten Verfassungsschutzbericht des Landes zwar als Veranstalter von Musikveranstaltungen aufgeführt, nicht aber unter den regional besonders aktiven Gruppen aufgelistet sind, wird laut Ministeriumssprecher landesweit "ein Personenkreis im unteren zweistelligen Bereich" zugeordnet. Der Landesverfassungsschutz geht von 400 Neonazis und 550 Anhängern der "rechtsextremen Subkulturen" aus.

Laut "taz" wurden die "Hammerskins" 1986 in den USA gegründet und sind seit den 90er Jahren auch in Deutschland aktiv. Das internationale Netzwerk verstehe sich als weiße, rassistische Bruderschaft und agiere abgeschottet von der Öffentlichkeit. In Deutschland seien in der Vergangenheit bis zu elf Ableger aktiv gewesen, zitiert das Blatt aus der BKA-Analyse, die im Zug der Ermittlungen zur Terrorzelle NSU entstanden sei. Die derzeit "führende Struktur der deutschen Hammerskins" sei das Chapter "Westmark", das in Rheinland-Pfalz, Süd-Hessen und im Saarland aktiv ist.

(dpa)
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