Niedersachsen DSD Steel will bei Siag Nordseewerken einsteigen

Ein Investor ist gefunden, trotzdem droht der Verlust von Arbeitsplätzen. DSD Steel will bei den insolventen Siag Nordseewerken einsteigen.

Emden. Das Unternehmen DSD Steel aus Saarlouis will nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall bei den insolventen Siag Nordseewerken in Emden einsteigen. Darüber sei die Belegschaft am Mittwoch informiert worden, sagte der Bevollmächtigte der IG Metall Emden, Wilfried Alberts, am Donnerstag. Allerdings sollen nur 240 der rund 750 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Als Hauptgläubiger müsse die Nord/LB der Übernahme noch zustimmen. "Es laufen Gespräche", bestätigte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums dem NDR. Dabei gehe es um den Kaufpreis und um mögliche Landesbürgschaften für einen Kredit. DSD Steel wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die Siag Nordseewerke fertigt seit 2010 Stahlbauteile für Offshore-Windenergieanlagen. Damals hatte der Windanlagenhersteller Siag Schaaf Industrie AG aus Rheinland-Pfalz die Werft gekauft.

"Wir haben ja nur die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit und Teilübernahmen, also zwischen Pest und Cholera", sagte Alberts dem NDR. Die Stimmung sei am Boden.

Aus der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag kam scharfe Kritik an der schwarz-gelben Landesregierung. "Die Weigerung im Oktober die Kreditlinie zu verlängern hat das Unternehmen in die Insolvenz getrieben und zum Ausverkauf freigegeben", teilte die Abgeordnete Meta Janssen-Kucz mit. Das Land müsse umgehend eine Transfergesellschaft für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeiter auf den Weg bringen, falls die Nord-LB dem Verkauf zustimmen sollte, forderte sie.