30.12.12

Mecklenburg-Vorpommern

So war das Wetter 2012 - eine meteorologische Jahresbilanz

Februar-Frost und August-Hitze: Zum Jahresende haben Meteorologen Sonnenscheindauer, Niederschlagsmengen und Maximaltemperaturen ermittelt.

Foto: dpa
Wetter 2012
Impressionen aus dem Jahr 2012: Badegäste am Strand des Ostseebades Kühlungsborn , Hagelschäden an einem Auto auf Rügen und Eis im Hafen von Waren (v.l.). Das Jahr 2012 geht aus Sicht der Meteorologen als ganz normales Jahr in die Annalen ein

Hiddensee. Auch wenn Hoteliers und Strandkorb-Vermieter mit dem Sommer erneut nicht so recht zufrieden waren, so geht 2012 aus Sicht der Meteorologen als ganz normales Jahr in die Annalen ein. "In den drei Sommermonaten hatten wir 600 bis 700 Sonnenstunden. Das liegt glatt im Schnitt", stellte Stefan Kreibohm vom Wetterdienst Meteomedia fest. Auch die Niederschlagsmengen hätten sich im langjährigen Jahresmittel bewegt. Bemerkenswert aber die maximale Temperaturdifferenz von 65 Grad Celsius zwischen dem kältesten und dem wärmsten Tag des Jahres.

2012 habe mit einem überaus milden Januar begonnen, dem ein zumindest in der ersten Hälfte sehr frostiger Februar folgte. "Den tiefsten Jahreswert haben wir am 6. Februar mit minus 29,1 Grad in Usedom Stadt registriert. In Ückermünde war es mit 28,7 Grad nur unwesentlich wärmer", sagte Kreibohm. Das ganze Land hatte der Frost fest im Griff. Auf zugefrorenen Seen tummelten sich Eisläufer. Zum Schutz von Stegen und Bootsschuppen ließ die Stadt Waren die bis zu 25 Zentimeter starke Eisdecke am Ufer der Müritz aufsägen. Eine dicke Eisdecke behinderte zeitweise auch die Schifffahrt an der Ostseeküste.

Ein sonniger, warmer und ungewöhnlich trockener März ließ die Erinnerungen an den Winter schnell verblassen. Der fehlende Regen aber machte den Bauern Sorgen und führte dazu, dass etwa im Müritz- Nationalpark schon höchste Waldbrandgefahr bestand. Nach Erhebungen des Deutschen Wetterdienstes DWD blieben die Niederschlagsmengen das ganze Jahr über landesweit mit 550 Litern je Quadratmeter um acht Prozent unter dem Soll. Trollenhagen bei Neubrandenburg war 2012 mit nur etwa 413 Litern der trockenste Ort Deutschlands.

Die Sonne zeigte sich in Mecklenburg-Vorpommern laut DWD durchschnittliche 1630 Stunden lang. Mit knapp 2100 Stunden zählte Hiddensee laut Kreibohm erneut zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Auch zu den windträchtigsten, 122 km/h wurden am Leuchtturm im Norden der Insel als Windspitze gemessen.

Statt auf die erhoffte Sonne, trafen Hiddensee-Besucher Mitte Juni auf eine Gewitterfront, die die Küste entlangzog. Hühnereigroße Hagelkörner gingen unter anderem im Westen Rügens nieder. Urlauber, die von Schaprode aus auf die autofreie Nachbarinsel Hiddensee übergesetzt waren und ihre Autos an der Fähre abgestellt hatten, erlebten eine böse Überraschung. An rund 350 Wagen waren Scheiben, Rücklichter und Außenspiegel zerstört und Beulen in die Karosserie geschlagen worden. Auch Dächer und Fassaden von Häusern sowie Boote wurden von Hagel und Sturmböen beschädigt, Bäume entwurzelt. Verletzt wurde aber niemand.

Der Sommer kam nur langsam in Schwung, blieb durchwachsen und lief schließlich am 19. August zur Höchstform auf. 35,9 Grad wurden nach Angaben von Kreibohm in Groß Schwansee bei Boltenhagen und in Trassenheide auf Usedom gemessen. Die Höchstwerte in diesem Jahr. Auch in anderen Küstenregionen zog es da Tausende an die Strände, Staus auf vielen Zufahrtsstraßen waren die Folge.

Ein ganze Reihe schöner Sonnentage hielt dann auch der Herbst parat, ehe Anfang Dezember der Winter erste Vorboten schickte. Doch trotz teilweise ergiebiger Schneefälle bis kurz vor Weihnachten hielt die weiße Pracht nicht bis zum Fest. Auch das, so meint Kreibohm, ist durchaus normal für das Wetter im Nordosten Deutschlands.

(dpa)
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