P+S-Werften Land gibt Bürgschaft für Fertigstellung von Schiffen

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Trotz Insolvenz sollen zwei Fähren zu Ende gebaut werden. Auftraggeber und Insolvenzverwalter erzielten Einigung, Land will bürgen.

Schwerin/Stralsund. Die Zukunft für den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern hat sich kurz vor Weihnachten etwas aufgehellt: Nur Stunden nach der Bekanntgabe eines neuen Großauftrages für die Nordic Yards in Wismar und Warnemünde zeichnete sich ab, dass auch die insolvente P+S-Werft in Stralsund aller Voraussicht nach zwei Schiffe für die dänische Reederei DFDS fertigbauen kann. Das Land Mecklenburg-Vorpommern sichert den Weiterbau der beiden RoRo-Fähren mit Garantien in Höhe von 43,5 Millionen Euro. Ein Kreditbürgschaftsvertrag sei bereits Anfang Dezember mit dem Insolvenzverwalter unterzeichnet worden, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in der Nacht zum Sonnabend mit. Der Vertrag enthalte auflösende Bedingungen, die jetzt aber nicht einträten.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Auftraggeber, der dänischen Reederei DFDS, erfolgreich abgeschlossen wurden. Der Vertrag über den Weiterbau der Schiffe sei "endverhandelt", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann. Unterschrieben war der Vertrag am Freitagabend allerdings noch nicht. Das Land hatte eine Frist für die Gewährung der Kreditbürgschaft gesetzt, die um Mitternacht ablief.

Auch weitere Bedingungen für die Bürgschaft wurden nach Angaben des Ministeriums erfüllt. Die EU-Kommission erhebe keine Einwände, und die Bürgschaft sei nach Einschätzung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft haushaltsrechtlich vertretbar. Zudem sei ein Schiffbausachverständiger zu dem Ergebnis gekommen, dass die P+S-Werft in der Lage sei, die Schiffe in Insolvenz fertigzubauen. "Somit hat das Land das Mögliche getan, um den Weiterbau der Schiffe zu unterstützen", erklärte der Ministeriumssprecher.

Die beiden begonnenen Schiffsneubauten liegen auf der Stralsunder Volkswerft und sollen dort die Weiterbeschäftigung für rund 300 Schiffbauer ab 2. Januar 2013 sichern. DFDS will Anzahlungen in Höhe von 40 Millionen Euro für deren Fertigstellung leisten, möchte das Geld aber über eine Bürgschaft abgesichert wissen.

Die Weiterarbeit an den beiden Schiffen soll den Stralsunder Betrieb für mögliche Käufer interessant machen. Derzeit ruhen die Schiffbauarbeiten in Stralsund vollständig. Während es für die Schwesterwerft in Wolgast mit der Bremer Lürssen-Gruppe einen Käufer gibt, liegen für die Stralsunder Werft mit einst mehr als 1000 Beschäftigten bislang keine konkreten Kaufangebote vor.

Die Nordic-Yards in Wismar und Warnemünde haben unterdessen einen Großauftrag vom russischen Transportministerium erhalten. Es sei ein Vertrag zum Bau von zwei eisbrechenden Rettungs- und Bergungsschiffen im Wert von 150 Millionen Euro unterschrieben worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. "Die Finanzierung erfolgt direkt vom russischen Staat und ist bereits heute gesichert", hieß es in der Mitteilung. Nordic Yards ist seit 2009 im Besitz des russischen Investors Vitaly Yusufov. Ende November waren bei Nordic 1125 Mitarbeiter beschäftigt. Allein in diesem Jahr wurden nach Angaben des Unternehmens 200 Leute neu eingestellt worden.