Mecklenburg-Vorpommern Sassnitz: Stolpersteine aus Straßenpflaster gebrochen

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Unbekannte haben in Sassnitz Stolpersteine gestohlen. Vor vier Wochen wurden in Greifswald Stolpersteine aus dem Straßenpflaster gebrochen

Sassnitz. Vier Wochen nach dem Diebstahl von elf Stolpersteinen in Greifswald haben Unbekannte in Sassnitz auf Rügen fünf Stolpersteine aus dem Straßenpflaster gebrochen und einen weiteren beschädigt. Wie die Polizei am Mittwoch in Neubrandenburg mitteilte, hat ein Anwohner am Morgen ein 33 Zentimeter langes Loch in der Sassnitzer Mittelstraße entdeckt, in dem zuvor drei Steine eingelassen waren. Die Beamten kontrollierten daraufhin andere Orte und stellten in zwei weiteren Straßen das Fehlen von je einem Stein fest. Auf der Strandpromenade war ein Stein offenbar beim Versuch, ihn herauszubrechen, stark beschädigt worden. Der Staatsschutz hat wie im Falle des Greifswalder Diebstahls die Ermittlungen übernommen.

Die Steine erinnern an die während des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Juden. In der Nacht zum 9. November waren in Greifswald elf Stolpersteine aus dem Straßenpflaster gebrochen worden. Die Täter konnten nach Angaben der Polizei bislang nicht gefasst werden. Die Polizei geht von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus. Bei den Ermittlungen zum Diebstahl in Sassnitz bittet die Polizei die Bevölkerung um Hinweise. Die Beamten prüfen dabei auch einen Zusammenhang mit der Tat in Greifswald.