Mecklenburg-Vorpommern Zahl der Pflegebedürftigen steigt weiter

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Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin fordert aufgrund der steigenden Zahlen der Pflegebedürftigen eine Pflegereform.

Die Pflegebedürftigen sind eine der am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppen in Mecklenburg-Vorpommern. Innerhalb von zwei Jahren nahm ihre Zahl um zehn Prozent zu, wie aus Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Ende 2011 waren demnach 67 559 Frauen und Männer im Nordosten pflegebedürftig. Das waren 6117 mehr als zwei Jahre zuvor.

Damit erhielten vier Prozent der Menschen im Land Leistungen aus der Pflegekasse, teilte das Amt am Donnerstag in Schwerin mit. Fast drei Viertel (73 Prozent) von ihnen wurden zu Hause betreut, die Mehrzahl von Angehörigen. Zu 17 186 Pflegebedürftigen kam der Pflegedienst, weitere 18 099 (27 Prozent) lebten in einem der 332 Pflegeheime Mecklenburg-Vorpommerns.

Im bundesweiten Vergleich steht Mecklenburg-Vorpommern in vorderster Front: Bereits Ende 2009 waren im Nordosten 3,7 Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig. So hoch war der Anteil in keinem anderen Bundesland. Im deutschen Durchschnitt betrug er 2,9 Prozent. Bundesweite Zahlen für 2011 sollen erst in einigen Wochen vorliegen.

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) forderte angesichts der raschen Veränderungen eine Pflegereform, damit mehr Zeit und Geld für die zu Pflegenden zur Verfügung steht. "Ein entsprechender Beschluss, der die Bundesregierung zum Handeln auffordert, wurde heute von der Arbeits- und Sozialministerkonferenz gefasst", sagte Schwesig. Das neue Landespflegegesetz, das demnächst im Landtag zur Entscheidung steht, soll die ambulante und die Tagespflege im Nordosten stärken. Dafür wird das Pflegewohngeld für bedürftige Heimbewohner gestrichen.