27.11.12

Lübeck

Flughafen Blankensee soll an einen Ägypter gehen

Lübecks Bürgermeister ist überzeugt, dass der ägyptische Investor Mohamad Rady Amar die beste Option für den Flughafen ist.

Foto: dpa
Flughafen Lübeck
Lübecks Bürgermeister empfiehlt den Verkauf des Flughafens Blankensee an den Investor Mohamad Rady Amar Bildfunk+++

Lübeck. Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) empfiehlt den Verkauf des Flughafens Lübeck-Blankensee an den Investor Mohamad Rady Amar. Amar habe von allen vier Bietern das Angebot gemacht, das für die Stadt wirtschaftlich am günstigsten ist, sagte Saxe am Dienstag. Neben Amar, einem Ägypter mit deutschem Pass, haben sich auch das Unternehmerehepaar von Bismarck, der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker und die Düsseldorfer sbc Restrukturierung & Investments AG Gebote zum Kauf des Regionalflughafens abgegeben. Die endgültige Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt, trifft die Lübecker Bürgerschaft am Donnerstag.

"Amar hat außerdem ein sehr interessanten Konzept für den Flughafen und stellt darüber hinaus auch noch weitere Arbeitsplätze im Industriebereich und in der Hotellerie in Aussicht", sagte Saxe. Der Investor plant neben dem Flughafenausbau und der Akquise neuer Fluglinien zu innedeutschen Zielen und nach Ägypten auch den Bau eines Kongresshotels in Flughafennähe. Außerdem will er Teile der Kleinflugzeugproduktion aus Trebbin in Brandenburg nach Lübeck verlegen. Zu Amars Firmenimperium gehört auch die Firma Aquila, die in Trebbin in Brandenburg Kleinflugzeuge baut. Die Firma 3 Y Logistic und Projektbetreuung GmbH, deren Geschäftsführer er ebenfalls ist, beschäftigt sich unter anderem um den Rückbau von Industrieanlagen.

Unter den Bürgerschaftsabgeordneten stoßen die Angebote für den Flughafen auf unterschiedliche Resonanz. Die Fraktionen von SPD und CDU hätten sich ebenfalls auf Amar festgelegt, berichtete die NDR 1 Welle Nord. Die Grünen dagegen kritisieren die Modalitäten des Flughafenverkaufs generell und warnen vor finanziellen Risiken für die Stadt. Durch die gewählte Verfahrensweise bekomme der Käufer die wertvollen Grundstücke zum Spottpreis, aber die praktisch wertlosen Einrichtungen verblieben bei der Stadt und würden lediglich vermietet oder verpachtet, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Es sei gerade umgekehrt, sagte Saxe. "Der Grund und Boden bleibt Eigentum der Stadt und wird verpachtet. Alle Hochbauten dagegen muss der Erwerber kaufen oder mieten", sagte Saxe. Für das mehr als 200 Hektar große Gelände wolle Amar 300 000 Euro Pacht jährlich zahlen, berichteten die "Lübecker Nachrichten" am Dienstag. Von Bismarck dagegen wolle 15 Jahre lang keine Pacht zahlen, sbc zehn Jahre lang, schreibt das Blatt.

Auch die Belegschaft des Flughafens favorisiert das Angebot Amars. Er habe gezeigt, dass er erfolgreich am Markt agieren könne, verfüge über einen ausreichenden finanziellen Hintergrund, um den Flughafen im Sinne des Bürgerentscheids weiterzuentwickeln und biete den Beschäftigten eine gute Perspektive, sagte der Betriebsratsvorsitzende Torsten Hülse.

Die Flugschule FTO Nord forderte unterdessen, dass auch unter einem neuen Eigentümer der Ausbildungsbetrieb in Lübeck-Blankensee gewährleistet bleiben müsse. Die Schule bildet Berufspiloten aus und ist nach eigenen Angaben mit vier Flugzeugen am Flughafen Lübeck aktiv. "Wir würden daher einen Bewerber aus der Region begrüßen", sagte ein FTO-Sprecher.

(dpa)
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