Bei Plau am See Riesen-Hähnchenmastanlage muss Betrieb einstellen

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Der BUND hatte gegen die Anlage geklagt. Nun muss die vorgeschriebene Verträglichkeitsprüfung nachgeholt werden.

Schwerin. Die Hähnchenmastanlage in Kuppentin bei Plau am See muss ihren Betrieb vorläufig einstellen. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Greifswald entschieden, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Dienstag mit. Die gesetzlich vorgeschriebene Verträglichkeitsprüfung muss laut Gericht nachgeholt werden. Der BUND hatte gegen das Projekt im Landkreis Ludwigslust-Parchim geklagt, das trotz Widerspruchsverfahrens und Protesten in Betrieb genommen worden war. Pro Mastdurchgang, der um die 30 Tage dauert, werden in der Anlage rund 131.500 Hähnchen produziert.

Die BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag sagte, seit Beginn der Planungen 2009 habe der BUND darauf hingewiesen, dass durch den Ausbau der Anlage von 29.500 auf 131.500 Plätze negative Auswirkungen zu erwarten seien. Das gelte für ein angrenzendes europäisches Naturschutzgebiet und für die Anwohner, die mit Geruchsbelastungen und der Verbreitung von Krankheitskeimen rechnen müssten. Dennoch habe das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg das Projekt im Mai 2011 genehmigt.

Der Investor wollte sich am Dienstag nicht zu der Entscheidung äußern. Er habe am Mittwoch einen Termin im StALU und müsse sich noch mit seinem Anwalt besprechen.

Cwielag zufolge werden derzeit mehr als 40 neue Intensivanlagen zur industriellen Tierproduktion in Mecklenburg-Vorpommern geplant und zum Teil bereits gebaut.