Wilhelmshaven Jade-Weser-Port: Politik und Wirtschaft feiern Eröffnung

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Als Jahrhundertbauwerk wird der Jade-Weser-Port gefeiert. Am Freitag ist der erste Tiefwasserhafen Deutschlands offiziell eröffnet worden.

Wilhelmshaven. Deutschlands einziger Tiefwasserhafen ist nach viereinhalb Jahren Bauzeit eröffnet worden. Der neue Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven werde sich zu einer Drehscheibe des internationalen Seeverkehrs entwickeln, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Freitag bei der Einweihung. "Das hilft ganz Deutschland." Die Seehäfen hätten eine große gesamtwirtschaftliche Bedeutung für Deutschland als Exportnation. Die größten Containerschiffe könnten jetzt voll beladen und tideunabhängig neben Rotterdam auch den deutschen Nordseehafen erreichen. Rösler rechnet durch den Hafenbetrieb und die Ansiedlung von Industrie mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen.

Das europaweit tätige Containerumschlagsunternehmen Eurogate will als Betreiber des neuen Hafens Frachter mit einem Tiefgang bis zu 16,5 Metern unabhängig von den Gezeiten abfertigen. An der 1725 Meter langen Kaje sollen bis zu vier Schiffsriesen mit maximal je 18 000 Containern abgefertigt werden.

Das Jahrhundertprojekt ist eine Premiere in der Zusammenarbeit zwischen Niedersachsen und Bremen. Beide Länder hatten sich 2001 auf das größte Bauvorhaben in Norddeutschland geeinigt und investierten rund 650 Millionen Euro in die Infrastruktur des Terminals. Eurogate steuerte 350 Millionen Euro für die Anlagen hinzu. Ursprünglich war auch Hamburg an den Planungen beteiligt, schied jedoch schnell wieder aus dem Projekt aus.

Niedersachsen und Bremen hätten erfolgreich an einem Strang gezogen, sagte Ministerpräsident David McAllister (CDU). "Ich bin gut drauf. Deutschland bekommt ein neues Tor zur Welt." McAllister kritisierte, dass es immer wieder skeptische Stimmen zu dem Projekt gab. Die Optimisten hätten sich jedoch durchgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Großprojekten gehe der Hafen mit einer nur sechswöchigen Verspätung an den Start. "Da würden manche Verantwortliche in Berlin alles dafür geben, wenn sie unsere Schwierigkeiten hätten."

Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) erinnerte den Bund an notwendige Investitionen für Straße und Schiene in Norddeutschland. Die Häfen hätten große Bedeutung für ganz Deutschland und seien auf gute Hinterlandverbindungen angewiesen. Nur so könnten sie konkurrenzfähig bleiben.

Nach der Ankunft des ersten Containerschiffes, der 300 Meter langen "Maersk Laguna", wird kommende Woche der nächste Frachter erwartet. Künftig sollen jeweils zwei Containerschiffe aus Südamerika und Fernost in Wilhelmshaven abgefertigt werden.