Farbe: Auffällige Sitzmöbel und Kommoden
Mehr Mut zu bunten Akzenten
Ton in Ton ist auf Dauer langweilig, finden nicht nur die Profis. Sie ermuntern zum Farbenspiel, nach dem Motto: Erlaubt ist, was gefällt.
Foto: Sawaya Moroni
Im Trend liegen nach wie vor Schwarz-Weiß-Kontraste und erdige Töne - dabei hat das Farbspektrum doch noch so viel mehr zu bieten. Tatsächlich sorgten fröhliche Farben, gepaart mit originellen Formen, bereits auf der jüngsten Mailänder Möbelmesse für Interesse. Ein markantes Beispiel ist etwa "Hero" aus der aktuellen Stuhl-Kollektion des italienischen Herstellers "Calligaris". Das Möbel mit ovalen Öffnungen an Lehne und Sitzfläche vereint die knalligen Farben Rot, Orange und Violett, diese Kombination verleiht ihm eine leichte Anmutung.
Es gehe zwar keineswegs darum, das eigene Heim in eine Art "Villa Kunterbunt" zu verwandeln, doch ein farblicher Akzent hier und da wirke nun einmal belebend, findet Tina Bremer vom Einrichtungshaus "Die Wäscherei". "Bliebe alles in der gleichen Farbfamilie, würde das für das Auge leicht langweilig. Aber ein andersfarbiger Sessel, eine lebhafte Leuchte oder ein hervorstechendes Deko-Element ergibt einen Augenkitzel."
Warum also etwa um einen großen Tisch nur Stühle eines einzigen Modells gruppieren? Mindestens die Stirnseite dürfte einen besonderen Hingucker vertragen können. "Letztlich ist beim Wohnen alles erlaubt, was gefällt", erklärt Tina Bremer. "Gerade das Ausprobieren und Entwickeln von Kreativität kann ungeheuer viel Spaß machen."
Sicher muss man sich vor einem Zuviel hüten, da der Betrachter sonst leicht erschlagen wird. Doch die transparenten "Poly"-Stühle von Designer Karim Rashid zum Beispiel lassen sich auch in größerer Zahl gut variieren. Es stehen Schwarz, Weiß, Grün und Rosa zur Wahl.
Ein Akzent lässt sich auch gut mit einer Kommode setzen. Sinnlich verspielt kommt die Frisierkommode "Madeleine" aus dem spanischen Hause "Castilla" daher. Der rot-schwarze geschwungene Korpus weckt Assoziationen zu einem Damenmieder. "Der Deckel lässt sich aufklappen und hat einen Innenspiegel", verrät Andrea Rogge von "Wohnart Massiv". Weibliche Rundungen weist auch das Modell "Schneiderpuppe" auf, deren sieben Schübe alle unterschiedliche Farben tragen - "für jeden Tag eine Farbe, wenn man mag", sagt Andrea Rogge. Da alles möglich scheint, bleibt nur die Frage: Was passt zu einem? Wer da unsicher ist, greift auf den Rat des Experten zurück. Volker Hartmann, Einrichtungsberater bei "Scala Wohnen", findet es sehr wichtig, die Architektur mit einzubeziehen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Das Ziel ist dabei: Die Einrichtung soll zum sinnlichen Erlebnis werden. Gern empfiehlt Hartmann Solitäre, "die aber zur Person passen müssen". Das könnte dann etwa ein handgearbeiteter Stuhl Modell "Musicale" des italienischen Künstlers Piero Fornasetti sein, aber auch die Schränke und Kommoden "Valentina Nel Metro", auf denen Motive der erotischen Comics von Guido Crepax zitiert werden, vermögen zu beflügeln. "Die hochglanzlackierten, schwarz-weißen Möbel sind auf charmante Weise frivol, jedoch nie peinlich", versichert Hartmann.




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