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Immobilien

Einblicke: So leben Hamburgs Architekten und Innenarchitekten

Faible für Tapeten und Farben

Die Wohnung des Designers Ramin Mossapour zeigt west-östliche Stilmischung.

Hoch über den Dächern Hamburgs auf der Uhlenhorst, im vierten Stock eines herrschaftlichen Gründerzeit-Hauses, lebt der aus dem Iran stammende Designer und Einrichter Ramin Mossapour. Von seiner 120 Quadratmeter großen Eigentumswohnung aus hat der 41-Jährige einen phantastischen Blick über die Dächer der Hansestadt und auf die Außenalster. Als der Wahl-Hamburger die Wohnung vor acht Jahren erwarb, musste das Objekt komplett entkernt und saniert werden. In nahezu allen Räumen ließ der Hausherr Kirschbaum-Parkett verlegen, und im Bad sowie im Schlafzimmer baute er Oberlichter ein. Das Resultat kann sich sehen lassen: Jeder einzelne Raum in der Wohnung wird nunmehr von Licht durchflutet.

Ramin Mossapour hat in Hamburg studiert und ist Medizin-Informatiker. Er lebt seit über 20 Jahren in Deutschland und gehört zu denjenigen Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten. Den Startschuss für die Design-Karriere bildete für ihn der Handel mit Wohnaccessoires aus seiner Heimat. Ermutigt durch die sich schnell einstellenden Verkaufserfolge begann Mossapour selbst mit dem Entwerfen von Deko-Artikeln und Kleinmöbeln. Zusammen mit seinem Geschäftspartner, dem Hamburger Innenarchitekten Ralf Geerling, eröffnete er 1995 zunächst einen kleinen Laden am Eppendorfer Weg, 2005 dann das 550 Quadratmeter große Geschäft Mossapour Interior Designs am Hamburger Ballindamm mit inzwischen 17 Mitarbeitern. In den angebotenen Möbeln, Glaswaren, Tapeten, Stoffen und anderen Wohnaccessoires verbinden sich das Lebensgefühl und die Formenvielfalt des Orients mit der Kreativität und dem Stilgefühl des Okzidents.

"Ich liebe es, einzelne Elemente verschiedener Stile und Kulturen miteinander zu kombinieren. Das ist für mich zeitgemäßer Lifestyle", sagt Mossapour. Auch in seiner Wohnung dominiert ein west-östlicher Mix bei Stil und Mobiliar, der sehr unaufdringlich wirkt. Antiquitäten aus dem Orient, unter anderem aus China, stehen neben modernen Möbeln und Accessoires, die teilweise aus eigener Fertigung stammen.

Den Mittelpunkt im Wohnzimmer bilden ein mit Blattgold überzogener Couchtisch, den Mossapour selbst entworfen hat, sowie ein äußerst großes, bequemes Ecksofa mit Chaiselongue. Sein Faible für Tapeten und Farben hat der Designer gerade erst entdeckt. "Bislang waren alle Wände in meiner Wohnung weiß. Jetzt habe ich damit begonnen, mit Tapeten farbintensive Akzente zu setzen", erzählt Mossapour. Im Wohnzimmer hinter dem Bücherregal zieht eine fliederfarbene Tapete mit dezentem floralem Muster vom französischen Hersteller Elitis die Blicke auf sich. Noch viel stärker im Ausdruck und ein absoluter Hingucker ist die ebenfalls von Elitis stammende, pinkfarbene Tapete in Alligator-Optik, die eine Wand des angrenzenden Esszimmers schmückt. "Mutig zu sein zahlt sich auch beim Design fast immer aus", ist Mossapour überzeugt. Blickfang im Schlafzimmer ist eine Tapete mit Zebramuster, ebenfalls nur an einer Wand aufgebracht. Mossapour hat sich vorgenommen, die Wände zukünftig alle sechs Monate neu zu tapezieren.

Ebenso wichtig wie diese stete Veränderung sind ihm frische Blumen und Kunstwerke an den Wänden - darunter befinden sich etwa Bilder des französischen Malers Henri Guibal - sowie edle Wohnaccessoires, am liebsten solche mit Symbolkraft. Der große Bison auf dem Bücherregal gefällt dem Iraner, weil er so machtvoll und majestätisch aussieht. Der chinesische Krieger auf der weißen Chinakonsole im Esszimmer soll beschützend wirken. Die sechs gepolsterten Holzstühle, die rund um den Esstisch aus dunklem Holz im Esszimmer stehen, sind Eigenentwürfe. Passend zur auffälligen Wandfarbe hat Mossapour vier von ihnen mit einem Stoff in Grau und Pink von Osborne & Little überzogen. Die beiden anderen Stühle hat er mit einem beschichteten Leinenstoff in Beige von Pierre Frey versehen.

Sein sicheres Gespür für Formen, Farben und Material hat sich herumgesprochen. So konnte Mossapour gerade Ferienwohnungen in Keitum auf Sylt ausstatten. Auch die Möbel der Gästezimmer im Hamburger Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten sind von ihm.

Wenn der Designer sich in seinem privaten Reich aufhält, so am liebsten auf dem großen Sofa. Oder in der Küche, wo er gern für Freunde internationale Spezialitäten zubereitet. Gegessen wird dann an der großen Tafel - unter den Augen des chinesischen Kriegers.

 

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