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Immobilien

Feng Shui: Für ein besseres Arbeitsklima im Büro

Produktivität messbar gestiegen

Ein Beispiel: Nach dem Umbau der Büroetage sank die Krankenquote.

Die Angestellten eines Call Centers in Dortmunds waren mit den Arbeitsbedingungen in ihrem Großraumbüro überhaupt nicht zufrieden. "Der Ton war gereizt bis hin zur Aggressivität, die Krankenquote hoch, die Arbeitsatmosphäre schlecht", umreißt Volker Bock die Situation. Der Leiter des Real Estate Managements der Niederlassung Region Nord bei DeTeImmobilien wusste, wie auf dieses Problem zu reagieren war. "Wir haben das Großraumbüro nach Feng Shui Regeln neu gestaltet." Das Ergebnis war für alle Beteiligten überzeugend. "Die Krankenquote sank erheblich und alle Mitarbeiter bis hinauf zum Abteilungsleiter waren mit dem neuen Arbeitsklima zufrieden. Die Produktivität war messbar gestiegen." Und dabei habe man nur ein Geschoss und nicht, wie es wünschenswert gewesen wäre, das ganze Gebäude nach Feng-Shui-Regeln neu gestaltet.

Feng Shui wird zunehmend von Investoren und Besitzern von Büroimmobilien als Thema wahrgenommen. "Noch scheuen sich aber viele, es zu kommunizieren, dass sie ihre Büroimmobilie nach Feng Shui Regeln bauen oder umbauen lassen", bedauert Sylvia Nießen-Graumann von DeTeImmobilien. Die Architektin hat sich zur Feng-Shui-Beraterin ausbilden lassen und weiß, welches Potenzial in dieser chinesischen Lehre steckt. "Durch Feng Shui erhält man einen messbaren Mehrwert, mit dem man auch werben sollte." Die Architektin und Feng-Shui-Beraterin Christine Ruth Hansmann aus Hamburg erkennt hier ein klares Nord-Süd-Gefälle: "In München wird bewusst nach Feng Shui gebaut und auch damit geworben. In Hamburg tun sich Bauherren da schwerer." Dennoch registriert auch sie ein gewachsenes Interesse in der Hansestadt. Zu den Hamburger Investoren, die nach Feng Shui bauen ließen, gehört Hans Peter Schmid, Bauherr des Dock 47 in St. Pauli. "An dieser Stelle stand im Mittelalter das Kloster Harvestehude. Die Erbauer von Klöstern verstanden etwas von Standorten und haben sich bewusst für dieses Grundstück entschieden." Um das Potenzial des Bauplatzes voll auszuschöpfen, habe es nahegelegen, die negativen Eigenschaften durch den umlaufenden Verkehr durch Feng Shui zu neutralisieren.

Eine der großen Zukunftsaufgaben des Feng Shui sehen die Berater deshalb auch im Umbau von Bestandsimmobilien, die nicht mehr marktgängig sind. "Wenn man schon in diese Immobilien investieren will, lohnt es sich, Feng Shui für sie in Betracht zu ziehen", rät Hansmann. Wer etwas Besonderes zu bieten habe, könne sich damit besser am Markt positionieren. Dieser Auffassung stimmt Sami Steinbach, Vermietungsspezialist der Angermann Global Property Alliance in Hamburg, zu. "Der Umbau nach Feng-Shui-Regeln kann zu einem Alleinstellungsmerkmal für eine revitalisierte Immobilie werden."

Bei Feng Shui handelt es sich um eine aus China stammende Lehre, die jahrtausendealte Naturerfahrungen umsetzt. "Feng Shui ist eine Beobachtungsphilosophie, bei der der Mensch im Zusammenhang mit der Natur betrachtet wurde," sagt Sylvia Nießen-Graumann. Das Ziel von Feng Shui in der Architektur sei es, diese harmonisch und vitalisierend zu gestalten, damit der Mensch sich in ihr wohlfühle. "Ein falsch gestalteter Raum kann die Leistung der Menschen, die in ihm leben und arbeiten, drastisch verringern. Ein gut gestalteter Raum dagegen fördert sie", erklärt die Architektin von DeTeImmobilien.

In Büro- und Geschäftsräumen werde Hochleistung verlangt, warum also sollte man nicht auf die Erfahrungen der Feng-Shui-Lehre zurückgreifen, fragt sie. Dabei müssten viele Aspekte berücksichtigt werden, bis hin zur Auswahl der Materialien. Kreditinstitute beispielsweise sollten, da sie mit Geld zu tun hätten, möglichst in einem Haus arbeiten, in dem Metall eine große Rolle spiele. Wichtig bei Feng Shui sei aber, dass der Energiefluss, das Shi, in dem Gebäude weich und sanft vonstatten gehe. "Ein hundert Meter langer Flur wirkt wie eine Autobahn, auf der alles mit Höchstgeschwindigkeit rast. Das Ideal aber ist eine sich leicht windende Landstraße", so Sylvia Nießen-Graumann weiter.

Skeptikern, die sich bei Begriffen wie Shi achselzuckend abwenden, hält Volker Bock entgegen, dass sich zwar die Energieströme nicht messen ließen, wohl aber der Vorher-Nachher-Effekt. "Ich bin Kaufmann, und die Zahlen überzeugen mich." Zwar sei es teurer, nach Feng Shui zu bauen - die Mehrkosten betrügen in der Regel zehn Prozent -, räumt Bock ein. Doch auch, wenn die Miete dadurch höher ausfalle als bei konventionellen Gebäuden, zeige die Erfahrung doch, dass der Vermietungsstand ausgesprochen gut sei. Bock verweist auf den Bau eines Bürohauses in München, wo die Banken zunächst wegen der hohen Leerstandsrate in der Umgebung ausgesprochen skeptisch gewesen seien. Erst, nachdem man Feng Shui als Mehrwert ins Gespräch gebracht habe, seien die Banker überzeugt gewesen.

 

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