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Immobilien

Hauspreise in Mecklenburg-Vorpommern marktgerecht

Berichte über traumhaft niedrige Preise für Einfamilienhäuser und Grundstücke in Mecklenburg-Vorpommern geistern immer wieder durch Medienberichte und private Gesprächsrunden. Einfamilienhäuser sollen dort nicht selten schon für gut 20 000 Euro zu haben sein. Wer sich mit diesen Preisvorstellungen der Ostseeküste nähert und von einem preiswerten Ferienhaus oder Zweitwohnsitz träumt, wird schnell enttäuscht. Niedrigpreise für Immobilien gibt es im Lande tatsächlich, aber nicht dort, wo das Traumhaus für Urlaub und Wochenende stehen soll oder der Altersruhesitz gesucht wird.

Betrachtet man den Immobilien-Markt näher, ergibt sich ein Gefälle zwischen der nördlichen Küstenregion mit Rostock und Warnemünde im Mittelpunkt und den eher südlich und südöstlich gelegenen Landesteilen.

In Rostock beobachtet der Immobilien-Verband Deutschland (IVD) schon seit einigen Jahren Haus- und Wohnungspreise, die zum Spitzenniveau in den ostdeutschen Bundesländern zählen. Nach einem kräftigen Markteinbruch 1995 hat sich die Situation hier stabilisiert. In den durchgrünten Rostocker Stadtteilen kommen Einfamilienhäuser für kaum weniger als 250 000 Euro zum Angebot. Im Umland werden kleinere Einfamilienhäuser für etwa 175 000 bis 185 000 Euro gehandelt, bei größeren, besser ausgestatteten Häusern steigen die Preise schnell auf deutlich über 200 000 Euro. Zudem beobachten Makler den wachsenden Zuzug von Mitarbeitern der Universität und der Bundeswehr in die Hansestadt.

In den Badeorten an der Ostseeküste liegt das Preisniveau über den Spitzenpreisen, die in Rostock gefordert werden. Im Ostseebad Warnemünde beispielsweise kosten Eigentumswohnungen mit Wasserblick in 1a-Lagen zwischen 3000 und 4000 Euro pro Quadratmeter. Auch in normalen Lagen müssen noch 2000 bis 2500 Euro aufgebracht werden. Dies alles bei einer stabilen Nachfrage.

Auch das Ostseebad Kühlungsborn hat eine beachtliche Entwicklung genommen. Der Hintergrund ist die gute Kommunalpolitik. Auch hier kosten Eigentumswohnungen in Spitzenlage bis zu 4000 Euro pro Quadratmeter. Neue Impulse hat der Badeort durch den Jachthafen erhalten. Auch für Eigentumswohnungen in Villen aus der Gründerzeit und in zweiter Reihe werden noch Quadratmeterpreise von bis zu 2400 Euro erzielt.

Günstiger sieht es landeinwärts aus. Schon 20 Kilometer südlich von Rostock gehen die Preise deutlich zurück. In diesem Gebiet sind Doppelhaushälften vereinzelt schon für 40 000 Euro zu haben. In der Region Neubrandenburg werden in kleineren Ortschaften gelegentlich Einzelhäuser für 20 000 bis 30 000 Euro angeboten. Meistens handelt es sich dabei um Siedlungshäuser, die im Zuge der Bodenreform in den ersten Nachkriegsjahren errichtet wurden. Die Häuser sind zwar bewohnbar, aber stark sanierungsbedürftig.

Der Autor ist Sprecher des IVD/Region Nord

 

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