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Immobilien

Schneller eine Wohnung finden

Vermietung: Worauf Makler und Verwalter achten. Wer persönlich Kontakt aufnimmt, geht nicht in der Masse der E-Mail-Bewerber unter.

Das Internet hat die Suche nach einer Mietwohnung scheinbar bequemer gemacht. Man teilt per E-Mail einfach sein Interesse und den Wunsch nach einer Besichtigung mit. Und mit ein wenig Glück hat man bald seine Traumwohnung gefunden - so jedenfalls der Idealfall.

In Wirklichkeit aber haben Wohnungssuchende bei einem persönlichen Kontakt zum Makler aber deutlich höhere Erfolgschancen, wie eine Umfrage des Abendblatts unter Maklern ergab. Dies gilt besonders, wenn es um gefragte Wohnungen ab drei Zimmer aufwärts in angesagten Stadtteilen geht.

Auch der Hamburger Makler Joachim Schmeling wünscht sich den persönlichen Kontakt zum Wohnungssuchenden. Er weist im Internet bereits offen darauf hin, daß E-Mail-Anfragen bei ihm nicht beantwortet werden. "Ernsthafte Interessenten rufen mich daraufhin an", sagt er. "Erst wenn dann erkennbar wird, daß die Wohnung paßt, kommt es zu einem Besichtigungstermin." Massenbesichtigungen von Wohnungen gebe es bei ihm deshalb nicht.

Unüberlegte oder übereilte E-Mail-Anfragen kosten auch bei dem Maklerunternehmen von Michael Kraft viel Zeit und Energie - oft ohne zu einem Ergebnis zu führen. Viele Wohnungssuchende würden zu planlos an die Immobiliensuche herangehen, so seine Kritik: "Anzeigen werden nicht richtig gelesen, die offerierte Wohnung am liebsten gleich besichtigt, obwohl ein Telefongespräch schnell ergibt, daß die Wohnung gar nicht den Vorstellungen des Suchenden entspricht." Punkte sammeln bei ihm daher auch Interessenten, die bereits klar wissen, was sie wollen. Um die Suche für beide Seiten effizienter zu machen, solle man nach folgenden Kriterien filtern, so Kraft:

  • Stadtteile festlegen

  • Altbau oder Neubau

  • renoviert oder unrenoviert

  • Hauptstraße oder ruhig

  • Holzboden oder Teppich

  • Vollbad oder Dusche

  • WG-tauglich oder nicht

  • Haustier erlaubt

  • Etage oder Dachgeschoß

  • Autostellplatz vorhanden

  • Zimmergrößen und -anzahl

  • Ausrichtung der Wohnung

  • Art der Ausstattung

  • maximale Warmmiete

    "Wohnungssuchende sollten zudem die Marktkenntnisse von Maklern nutzen", rät Michael Kraft. Dazu gehöre, den Kontakt zu halten, auch wenn eine Wohnung vielleicht nicht den Anforderungen entsprochen habe oder man nicht in die engere Bewerberwahl gekommen sei. "Wir suchen dann gezielt den Markt ab. Und eine Courtage fällt erst an, wenn wir eine Wohnung auch erfolgreich vermitteln konnten." Die Courtage darf dabei maximal zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer betragen. Vermittelt ein Verwalter die Wohnung aus eigenem Bestand, darf keine Courtage genommen werden, höchstens eine Vertragsgebühr (meist zwischen 50 und 150 Euro).

    Über den Erfolg bei der Wohnungsbesichtigung entscheidet nicht unbedingt ein teurer Anzug, ein Designer-Kostüm oder eine perfekte Bewerbungsmappe. "Da können ganz andere Kriterien eine Rolle beim Vermieter spielen", sagt Schmeling.

    Silke Nielsen von Wentzel Dr. und Jan Gladigau von Gladigau Immobilien, beides große Verwaltungsgesellschaften in Hamburg, nennen ein Tabu: Wer zu forsch auftritt oder Interesse an einer Wohnung bekundet, dann aber nur nach Mängeln sucht, um die Miete herunterzuhandeln, reduziert seine Chancen. "Wir achten zudem auf ein geregeltes Einkommen oder - falls dies nicht vorliegt - , daß man einen Bürgen benennen kann, der ersatzweise die Miete zahlt", so Nielsen. Positiv werde auch ein gepflegtes Erscheinungsbild und höfliches Auftreten gewertet.

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