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Immobilien

Brücke zwischen Haus und Garten

Wintergärten: Was sie kosten, die wichtigsten Tips. Die Anbauten aus Glas vergrößern das Wohnzimmer und sind Treffpunkt für die ganze Familie.

Seit dem 16. Jahrhundert werden sie gebaut, waren Orangerien für den Adel - heute sind Wintergärten als sonnendurchflutete Räume architektonischer Blickfang in vielen Häusern. Sie erweitern die Wohnfläche und erhöhen zugleich auch den Wert des Hauses. "Die Glasanbauten bedeuten Lebensqualität, Luxus und Nähe zur Natur", sagt Steffen Spenke, Vorsitzender des Fachverbandes Wohn-Wintergarten.

Auch Günther Ehlert genießt schon jetzt die Abende mit seiner Frau in seinem Wintergarten bei einem spannenden Buch. Den hat er sich nach eingehender Beratung 2004 bauen lassen. Die Jahreszeit, in der man es sich, wenn es draußen schummrig wird, bei Kerzenschein gemütlich macht, steht bevor. Dank einer Heizung können die Ehlerts ihren Wintergarten ganzjährig nutzen. Das Ehepaar hat sich damit einen Wunsch erfüllt, den laut einer Umfrage des Abendblattes nach dem Wunschhaus etwa ein Drittel der Hamburger teilen.

Für die Grundkonstruktion eines Wintergartens eignen sich Aluminium, Holz oder Kunststoff. Ein Hingucker sind Alu-Wintergärten, die innen mit Echtholzfurnier ausgestattet sind. Die gängigste Ausführung ist zwar ein Glasdach mit Sonnenschutz. "Aber 20 Prozent unserer Kunden wählen eine andere Eindeckung wie Schiefer, Dachziegel, Reet, Kupfer oder Zinkblech", so Peter Bäker vom Anbieter Lantz. Innenarchitekt Volker Möller rät von kompletten Glaskonstruktionen ab: "Bei allzu trübem Wetter kann das nachteilig für den Wohlfühlfaktor sein." Sein Tip statt dessen für unsere Breitengrade: ein Kamin im Wintergarten. "Wenn möglich, kann man einen kombinierten Innen/Außenkamin wählen, der auch auf der Terrasse nutzbar ist."

Helmut Gumtau, Architekt der Verbraucherzentrale Hamburg rät, sich zunächst darüber klar zu werden, welche Funktion der Wintergarten übernehmen soll: Sei geplant, den Raum ganzjährig zu nutzen, müsse er eine Heizung haben. Wichtig sei auch die Position des Wintergartens. Von einer reinen Südlage rät Gumtau ab. Durch den Treibhauseffekt werde es sonst im Sommer sehr heiß. Damit sich der Glasanbau nicht zu sehr aufheizt, sollte Sonnenschutzglas verwendet werden. Bäume und eine Lüftung können außerdem für Kühlung sorgen.

Komfortable Wintergärten haben eine Fußbodenheizung, die den Raum im Winter wohnlich macht. Wichtig für die kühle Jahreszeit ist auch eine Wärmedämmverglasung. Hier ist der K-Wert wichtig: Der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient beträgt bei Fensterglas in der Regel 1,1. Das Unternehmen Thaden bietet seit einem Jahr zum Beispiel sogar einen K-Wert von 0,5 bei seinen Wintergärten an.

Der Ausstattung eines Wintergartens sind kaum Grenzen gesetzt: Es gibt Falttüren, mit denen sich eine Fensterfront von bis zu sechs Metern Breite komplett zu einer Seite wegfalten läßt. Oder sensorgesteuerte Glasschiebedächer. Glasdächer und Dachfenster lassen sich zu 70 Prozent öffnen und werden per Motor zur Seite gefahren. Sogar schiebbare Glasflächen von 3,5 mal zwölf Meter Größe sind möglich. Das hat natürlich seinen Preis: Für einen Alu-Glas-Wintergarten von 20 m2 Größe - die Mindestgröße liegt bei etwa neun Quadratmetern - müssen Bauherren 20 000 bis 30 000 Euro einplanen. Wintergärten der gleichen Größe aus Holz mit hoher Qualität können 50 000 bis 70 000 Euro kosten. Die KfW fördert die Anbauten allerdings in ihrem Programm "Wohnraum modernisieren" mit zinsgünstigen Darlehen von bis zu 100 000 Euro (www.kfw.de).

Nur in geringem Umfang lassen sich die Kosten durch Eigenleistung senken: "Der handwerklich erfahrene Selbstbauer spart etwa 3200 Euro bei einem 20 m2 großen Wintergarten", sagt Rüdiger Grimmert von BHW. "Man kann jedoch eine Menge Fehler gerade bei den Bauanschlüssen machen", warnt Steffen Spenke. Er rät, für Planung und Errichtung einen Fachmann als Koordinator einzusetzen. Auch für Verbraucherschützer Gumtau kommt ein Selbstaufbau nur bei handwerklich sehr geschickten Bauherren in Frage: "Selbstbauer geben zudem die Gewährleistung auf." Und obwohl es in Hamburg Bestrebungen gibt, dies zu ändern, sollten Interessierte außerdem wissen: Der Wintergarten ist ein genehmigungspflichtiges Bauvorhaben.

  • Informationen und Beispiele im Internet: www.wintergarten-ratgeber.de

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