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Knallige Farben liegen im Trend

Wandgestaltung: Neues Wohngefühl ohne viel Aufwand. Ein Schlafzimmer in sattem Purpur. Warum eigentlich nicht? Worauf bei der Gestaltung jedoch zu achten ist.

Farbe bringt die Wohnwelt zum Leuchten und macht sie zu einer Oase der Entspannung - allerdings nur, wenn Palette und Technik zum Domizil und seinen Bewohnern passen.

Als Thomas Kampeter die afrikanischen Wandmalereien seines Schlafzimmers nicht mehr sehen konnte, fackelte der Wandgestalter nicht lange. Innerhalb von zwei Tagen hatte der Hamburger mit Hilfe der sogenannten Wisch- oder Lasurtechnik den 15-Quadratmeter- Raum in ein sattes Purpurrot getaucht. Seine Frau half bei der Farbbestimmung. "Ich wußte instinktiv, daß dieses Rot für den Raum und die Atmosphäre richtig ist", so Kampeter.

Der Mut zur Farbe verändert deutsche Wohnwelten. Das zeigen nicht nur Möbel- und Einrichtungsmessen, sondern auch die nicht abreißende Flut an Fach- und Ratgeberliteratur zum Thema farbige Wandgestaltung. Demnach treten Farben wie Rot, Türkis oder Giftgrün ihren Siegeszug durch deutsche Wohnzimmer, Küchen und Schlafräume an und verdrängen die bisherigen Favoriten aus der dezenten Farbpalette wie Grau oder Beige.

Farbexpertin und Buchautorin Andrea Maflin kennt den Grund für die bunte Revolution: "Farbe ist die schnellste und preiswerteste Möglichkeit, jeden beliebigen Raum zu beleben." Außer der Wahl einer stimmigen Farbpalette eröffneten verschiedene Gestaltungstechniken zudem ein wahres El Dorado an ungeahnten Farbeffekten und Dekors.

Am Anfang steht die Definition der "Farbwelt". Abhängig von den eigenen Vorlieben und den - meist unabänderlichen - Farben der Raumtextilien oder Bodenbeläge sollten sich die Bewohner vor der Renovierung für eine einheitliche Farbpalette entscheiden, um eine möglichst stimmige, homogene Wirkung durch alle Räume zu erzielen.

Zur Auswahl stehen kräftige, leuchtende Töne, alternativ gibt es sanfte Aquarell-Farben, das frische Spektrum luftiger Frühlingstöne oder die Klaviatur vornehm-gedeckter, sanfter Farben wie Grau, Stein, Hellbraun oder Ockergelb.

Wer in einer Farbwelt bleibt, kann theoretisch eine unbegrenzte Anzahl von Farben an die Wände bringen. Vorgemacht hat es bereits in den 80er Jahren die englische Designerin und Farbexpertin Trishia Guild: Indem sie eine Vielzahl verschiedener, kräftiger Farbtöne durch alle Räume nebeneinander setzte und dabei auch Möbel, Vorhänge oder Sofabezüge in das Farbkonzept einbezog, entstand eine einzigartige, fast berauschende Atmosphäre.

Erste Orientierung geben auch gängige Farbtheorien. Sie ordnen den einzelnen Wohnbereichen bestimmte Farben zu: Rot oder Orange sollten danach in Räumen mit Nordausrichtung oder in "geselligen" Räumen wie dem Eßzimmer zum Einsatz kommen. Kalte Farben wie Türkis oder Blau hingegen sollen beruhigen und kühlen. Sie gelten daher als ideal für Büro oder Schlafzimmer.

Kampeter allerdings will von solchen Doktrinen nichts wissen: "In letzter Instanz sollte das eigene Gefühl entscheiden. Jeder Mensch empfindet Farbe anders."Auch die Aromatherapeutin Marisa Reichwald ist bei der Farbwahl ihrem Instinkt gefolgt. Um eine geborgene Atmosphäre zu schaffen, hat sie ihre Wohnung durchgängig in verschiedene Rottöne gestrichen, nur im Eingangsbereich sorgt eine türkisfarbene Wand für einen frischen Akzent.

 

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