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Jalousien

Gerafft, gefaltet oder mit Lamellen?

Die Auswahl an Jalousien ist groß. Modelle aus Stoff kann man sogar selbst nähen, wie eine Einrichterin verrät. Bunt ist aber eher out.

Eine Jalousie aus Holz verleiht dem Raum Wärme, insbesondere wenn dieser in Naturtönen eingerichtet ist
Foto: JalouCity

Jalousie ist nicht gleich Jalousie: Von leichtem Holz bis zu blickdichten Plissees sind heute viele schöne und unterschiedliche Modelle zu haben. Ob nun klassisch mit Lamellen, gefaltet oder als Raffrollo - gestalterisch gibt es kaum Grenzen. Jede der drei Varianten hat ihre Vorzüge. "Grundsätzlich unterscheiden wir bei der Jalousie zwischen Aluminium und Holz", sagt Eduard Vigodski von JalouCity. "Früher gab es sie auch aus PVC, doch das ist kaum noch üblich. Das Material ist nicht stabil und fest genug." Schließlich sei Stabilität besonders wichtig: Bei qualitativ minderwertigen Modellen komme es schnell dazu, dass einer der Fäden verrutscht, sodass sich die Jalousie nicht mehr geschmeidig bewegen lässt.

Mittlerweile sind Jalousien mit bis zu 50 Zentimeter breiten Lamellen auf dem Markt. "Sie eignen sich für große Flächen und werden meist elektrisch bedient", sagt Vigodski. Auch Jalousien aus Holz würden immer beliebter. "Es erzeugt ein gewisses Ambiente und verbreitet Wärme", sagt Vigodski. Erhältlich seien auch diese Jalousien in mehr als 25 Farben, von Naturtönen bis hin zu Klavierlack. Das Holz werde dabei immer leichter, sodass sich die Jalousie besser bewegen lasse.

Jalousien aus Stoff, sogenannte Falt- oder Raffrollos, kann man dagegen theoretisch sogar selbst nähen, wie Innenausstatterin Anita Schmidt hervorhebt. "Man befestigt Stoff an einer Holzlatte und bringt Ösen an, durch die man den Stoff an Bändern hochziehen und herunterlassen kann." Bei KA International würde meist die Kettenzugtechnik angewandt. Nach Schmidts Erfahrung das Nonplusultra: "Die Bänder wickeln sich gleichmäßig auf Rollen auf, sodass sie immer auf einer Länge bleiben, es gibt keine Schieflagen." Auch die Schnurzugtechnik sei optimal, denn hier würden die Bänder in einem Bündel zusammenlaufen, eine Bremse könne alle gleichmäßig auf einer bestimmten Höhe halten. "Es gibt auch Varianten, bei denen ein mit Reis oder Bleiband beschwertes Stoffsäckchen als Gegengewicht das Rollo in jeder beliebigen Höhe hält", sagt Anita Schmidt.

Beim Hochziehen legt sich der Stoff eines Faltrollos in flachen Lagen, beim Raffrollo derart, als würden Wolken entstehen - "weil mehr Stoff vernäht wird", so die Innenausstatterin. Rollos aus Stoff seien seit Jahren beliebt, allerdings gehe der Trend weg vom Bunten und dem Landhausstil hin zu Unifarben oder Streifen in Naturtönen. Gern gekauft würden derzeit auch französische Stoffe im Toile-de-Jouy-Stil: "Hier sind dann auf einfarbigem Hintergrund in einer anderen Farbe ländliche Szenen oder Pflanzen abgebildet. Sie wirken wie gezeichnet", sagt Schmidt.

Sonnenstrahlen könnten gut gemachten Rollos heute nicht mehr so schaden, sagt die Expertin. "Zum einen haben viele Stoffe einen recht hohen Anteil an Acryl oder Polyester; zum anderen füttern wir Seide, Leinen oder Baumwolle mit einer zweiten Schicht, die den sichtbaren Stoff schützt." Die Rollos aus Stoff seien mit einem Klickverschluss versehen: "Mit ein paar Handgriffen lassen sie sich dadurch von der Technik entfernen und können einfach gereinigt werden. Die Fäden müssen nicht herausgenommen werden."

Nach diesem Prinzip sind auch Plissees aufgebaut. Sie sind im Fensterflügel befestigt und lassen sich problemlos abnehmen und in einer Seifenlösung spülen. "Plissee ist eine Jalousie, deren Stoff meist aus Trevira-Material hergestellt wird, ein voll synthetisches, künstliches Gewebe, das sehr hart sein muss", sagt Jörn Masztalerz, Geschäftsführer von Aktuell Rollo. "Das Material wird in schmale Streifen gefaltet. Je nach Bedarf können Plissees Wärme abweisend sein oder Licht reflektieren, wenn sie nach außen eine Imprägnierung haben, die leicht silbrig ist." Andere Plissees sind aus einem transparenten Stoff, der sehr viel Helligkeit in den Raum lässt, ohne dass jemand von außen hineinsehen kann. "Das gilt aber nicht, wenn es draußen dunkler ist als im Raum. Bei einem dünnen Stoff kann man immer vom Dunklen ins Helle sehen", sagt Masztalerz. Natürlich gebe es auch dickere, blickdichte Plissees, die komplett undurchlässig für Licht seien. "Lästig sind dann aber die kleinen Löcher, durch welche die Schnüre zum Hoch- und Hinunterziehen verlaufen", sagt der Experte. "Ausweichen kann man auf ein sogenanntes Duo-Plissee. Es ist aufgebaut, als bestünde es aus Bienenwaben. Die Zugschnüre verlaufen im Inneren der Waben, die Stanzungen und auch das Licht sind dann nicht mehr sichtbar und blenden nicht in der Dunkelheit."

Praktisch sind Plissee-Jalousien in jedem Fall, weil sie vielseitig einsetzbar sind. "Sie lassen sich innerhalb des Fensters sowohl von oben nach unten, als auch von unten nach oben schieben, alles geht", sagt Jörn Masztalerz.

 

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