Erneuerbare Energien
Sonnenkollektoren: 100 Euro für jeden Quadratmeter
Förderprogramm "Erneuerbare Wärme" für Sonnenkollektoren und Holzheizungen unterstützt diejenigen, die umrüsten wollen.
Sonnenkollektoren können relativ einfach montiert werden
Foto: BSW-Solar/Viessmann
Seit Anfang des Jahres können Hamburger, die ihr Haus mit Sonnenkollektoren oder einer Holzheizung (z. B. Pellet- und Hackschnitzel-Befeuerung) ausstatten lassen, einen Zuschuss aus dem städtischen Förderprogramm "Erneuerbare Wärme" erhalten. Es löst die Programme "Solarthermie und Heizung" und "Bioenergie" ab.
Heizt man mit Holz oder anderen pflanzlichen Brennstoffen, richtet sich die Höhe des Zuschusses nach der Wärmeleistung der Heizung. Diese muss mindestens 100 Kilowatt betragen. Das ist meistens bei Mehrfamilienhäusern mit sechs oder mehr Wohnungen der Fall. Kleinere Heizungen werden gefördert, wenn sie mit einer Solaranlage kombiniert werden. Der Zuschuss für Biomasseheizungen beträgt 45 Euro pro Kilowatt.
Bei Solaranlagen richtet sich die Höhe des Zuschusses nach der Fläche der Sonnenkollektoren. Für jeden Quadratmeter gibt es einen Basiszuschuss von 100 Euro. Wer die neue Solaranlage zum Anlass nimmt, auch gleich einen neuen Heizkessel anzuschaffen, bekommt weitere 60 Euro für jeden Quadratmeter Sonnenkollektor - mindestens aber 1000 Euro mehr als die Basisförderung.
Ein Beispiel: Für eine normale Solarwärmeanlage auf einem typischen Einfamilienhaus braucht man etwa zehn Quadratmeter Sonnenkollektoren. Das reicht, um das Wasser zu erwärmen und im Frühjahr und Herbst das Haus zu heizen. Für eine solche Solaranlage muss man etwa 10 000 Euro ausgeben. Für eine neue Heizung kommen rund 5000 Euro hinzu. Zu diesen Kosten gibt die Stadt Hamburg einen Zuschuss von 2000 Euro. Zusätzlich fördert der Bund eine solche Solaranlage mit 1400 Euro aus dem sogenannten Marktanreizprogramm. Der Hausbesitzer muss also 11 600 Euro aus eigener Tasche bezahlen.
Die Sonnenwärme wird im Gegensatz zum in Fotovoltaikanlagen erzeugten Strom nicht an den Energieversorger verkauft. "Wie lange es dauert, bis sich die Investition bezahlt macht, hängt deshalb nicht von einer gesetzlich festgesetzten Einspeisevergütung ab, sondern davon, wie stark der Preis für Öl und Gas steigt", erklärt Bernhard Weyres-Borchert vom Solarzentrum Hamburg. Rechnet man mit einer jährlichen Steigerung von fünf Prozent, dauert es 15 Jahre, bis sich die Solaranlage refinanziert hat. "In den vergangenen zehn Jahren ist der Ölpreis allerdings um etwa 15 Prozent pro Jahr gestiegen. Wenn es so weitergeht, rechnet sich die Anlage früher", sagt Weyres-Borchert. Üblicherweise halten Solarwärmeanlagen bis zu 25 Jahre.
Um den Hamburger Zuschuss zu erhalten, muss die Anlage groß genug sein, um auch Heizwärme zu liefern. Solaranlagen, die nur für warmes Wasser sorgen, werden nur bei Mehrfamilienhäusern mit drei und mehr Wohnungen gefördert. Bei Solaranlagen sowie Holzheizungen gilt: Wer neu baut, geht in der Regel leer aus. Nur, wer mit einer Solaranlage Wärme für gewerbliche Prozesse erzeugt, bekommt auch für Sonnenkollektoren auf einem Neubau einen Zuschuss.
Den Förderantrag stellt der Handwerker bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, sobald er ein Angebot für einen Kunden verfasst - also noch vor der Auftragsvergabe. Gezahlt wird der Zuschuss erst, wenn die Anlage fertig ist. Voraussichtlich stehen im Jahr 2012 für das Förderprogramm 700 000 Euro zur Verfügung.
http://klima.hamburg.de/foerderprogramme
SolarZentrum Hamburg, Zum Handwerkszentrum 1, 21079 Hamburg, Tel. 35 90 58 23 www.solarzentrum-hamburg.de




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